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Andrea Trinchieri kann Bamberg zur nächsten Meisterschaft coachen.

Andrea Trinchieri kann Bamberg zur nächsten Meisterschaft coachen. © Nicolas Armer

Basketball

Dauermeister Bamberg gegen Favoritenschreck Ulm

Eigentlich kann diese Finalserie nur einen Sieger haben: Die Brose Baskets aus Bamberg sind nach einer starken Saison der haushohe Favorit im Kampf um die deutsche Basketball-Meisterschaft. Doch Favoritenschreck Ulm überraschte wiederholt mit einem Kunststück.

Bamberg. Jetzt will sich Topfavorit Brose Baskets Bamberg für eine beeindruckende Saison auch mit der achten deutschen Meisterschaft belohnen. Vor der am Sonntag beginnenden Finalserie ist Gegner ratiopharm Ulm der krasse Außenseiter.

"In den Playoffs legt jede Mannschaft nochmal eine Schippe drauf. Ulm hat aber gleich, zwei oder drei dazugepackt", mahnte Bambergs Trainer Andrea Trinchieri jedoch. "Sie sind zur richtigen Zeit am Maximum und sind nun eines der zwei besten Team in der Liga."

Nach dem 3:0 im Viertelfinale gegen Würzburg und dem 3:0 im Halbfinale gegen Bayern wäre der nächste 3:0-Durchmarsch des deutschen Basketball-Dominators gegen den Hauptrundensiebten aber trotzdem keine Überraschung.

"Für mich zählt nur das erste Spiel im Finale. Ich dachte gegen Bayern nicht an einen Sweep und denke im Finale nicht an einen Sweep", sagte Trinchieri, der nach zwei großartigen Jahren in Bamberg natürlich auch das Interesse von noch größeren Clubs geweckt haben soll. Doch mit Gerüchten befasst sich in Franken vor dem Höhepunkt der Saison keiner, der Fokus ist ganz auf den Meisterkampf gerichtet. "Der Titel war immer das Ziel", betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Stoschek.

Die Brose Baskets stehen zum zehnten Mal im Endspiel, sieben Mal feierten sie von 2005 bis 2015 auch die Meisterschaft. Für die Ulmer, die 1996 den Pokal gewannen und noch nie Meister wurden, ist es nach 1998 und 2012 das dritte Playoff-Finale. Vor vier Jahren verloren sie glatt in drei Spielen - 0:3 gegen Bamberg. "Wir haben nichts zu verlieren", sagte Trainer Thorsten Leibenath. Nach den Erfolgen auf dem Weg zur Titel-Entscheidung tankte sein Team um Spielgestalter Per Günther viel Selbstvertrauen.

"Frankfurt war im Halbfinale gegen uns der klare Favorit, Oldenburg war im Viertelfinale der klare Favorit. Wir haben uns aber in dieser Außenseiterrolle sehr wohl gefühlt und haben die Überraschung geschafft", hob Leibenath hervor. Der 41-Jährige war nach dem schwachen Saisonstart mit sieben Pleiten in den ersten neun Partien in die Kritik geraten, doch das Vertrauen in den Coach zahlte sich für die Ulmer aus. "In der Finalserie ist Bamberg jetzt der noch größere Favorit", erklärte Leibenath.

Erst recht mit dem Heimvorteil im Rücken sind die Franken auf dem Papier eigentlich unbezwingbar. Die Bamberger verloren kein Heimspiel in dieser Saison, trumpften zu Hause sogar in der Euroleague im erlesenen Kreis gegen internationale Schwergewichte wie ZSKA Moskau oder Olympiakos Piräus als Sieger auf. Doch eine Statistik der Ulmer sollte Warnung für die Brose Baskets sein: Im Viertelfinale gegen Oldenburg und im Halbfinale gegen Frankfurt legte das Leibenath-Team den Grundstein für das Weiterkommen mit dem Kunststück eines Sieges in fremder Halle. Nach dem Auftakt am Sonntag geht es am Mittwoch und am darauffolgenden Sonntag mit der Serie weiter.

"Es wäre aber der größte Fehler, den wir machen können, wenn wir uns blind auf unseren Heimvorteil verlassen und sagen: Wenn es hart auf hart kommt, haben wir das fünfte Spiel immer zu Hause", warnte Nationalspieler Daniel Theis in einem Interview des Fachmagazins "BIG". "Über die Auszeichnung 'Bestes Team' können wir gern noch einmal reden, wenn wir am Ende tatsächlich wieder die Deutsche Meisterschaft geholt haben. Ohne den Titel wäre eine tolle reguläre Saison bedeutungslos."

dpa


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