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Luisa Schulze versucht sich durch die brasilianische Abwehr zu spielen.

Luisa Schulze versucht sich durch die brasilianische Abwehr zu spielen. © Ingrid Anderson-Jensen

Handball

DHB-Frauen verpassen WM-Coup gegen Brasilien

Sie boten dem Weltmeister lange die Stirn. Am Ende verloren die deutschen Handballerinnen gegen Brasilien. Die beste Leitung macht Hoffnung für die WM in Dänemark.

Kolding. Die Enttäuschung stand den deutschen Handballerinnen ins Gesicht geschrieben. Aber schon gleich nach dem Abpfiff hatte Bundestrainer Jakob Vestergaard aufmunternde Worte für sein Team.

"Diese junge Mannschaft hat sich gegen den Weltmeister toll verkauft", sagte der Däne nach der 21:24 (8:9)-Niederlage im dritten Spiel der WM in Dänemark gegen Brasilien in Kolding.

Mit etwas mehr Glück und Abschlussstärke wäre die Überraschung gegen den Titelverteidiger möglich gewesen - da war sich auch Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbunds (DHB) sicher: "Das war die mit Abstand beste Leistung dieser neu formierten Mannschaft, die ich gesehen habe. Die Spielerinnen werden an diesem Spiel wachsen. Nur schade, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben." Mit nun 2:4 Punkten steht die deutsche Mannschaft in Vorrundengruppe C auf dem vierten Platz, der für das Achtelfinale reichen würde.

Angetrieben von den starken Torfrauen Clara Woltering und Katja Kramarczyk zeigte die DHB-Auswahl in der ersten Hälfte die bislang stärkste Defensivleistung im Turnier. Deutschland konnte sich gegen den Weltmeister aber deswegen nicht absetzen, weil im Angriff erneut zu viele beste Chancen vergeben wurden. Alleine sieben Pfosten- und Lattentreffer oder überhastete Würfe gegen die starke brasilianische Torfrau Barbara Arenhart standen einer möglichen Führung im Wege. So ging es mit einem 8:9 in die Kabine.

Auch nach dem Wechsel spielte die deutsche Mannschaft beherzt weiter, zeigte eine kämpferisch tadellose Vorstellung, leistete sich aber weiterhin zu viele Fehler in der Offensive - mit zwei Ausnahmen: Spielmacherin Anna Loerper und Rückraumspielerin Xenia Smits - wie Susann Müller mit je vier Treffern auch beste Torschützinnen. Auch nach dem 13:15 (43.) gaben die Deutschen, bei denen Linksaußen Franziska Müller wegen eines Infekts fehlte, nicht auf. Beim 19:20 acht Minuten vor dem Ende vergab Susann Müller per Siebenmeter die Ausgleichschance, im Gegenzug erhöhte Brasilien auf 21:19 - der Knackpunkt, denn danach setzte sich der Weltmeister entscheidend ab.

Im nächsten Vorrundenspiel am Donnerstag (20.30 Uhr) trifft die deutsche Mannschaft auf Asienmeister Südkorea (4:2 Punkte), bevor zum Abschluss der Vorrunde die Demokratische Republik Kongo wartet. Gegen die noch punktlosen Afrikaner ist ein Sieg Pflicht, um das Achtelfinalticket zu buchen.

dpa


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