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SO SIEHT ECHTE FREUDE AUS: Burgdorfs Sieger fallen nach der Sensation übereinander her. In der Mitte brüllt Daniel Brack mit weit geöffnetem Mund.

SO SIEHT ECHTE FREUDE AUS: Burgdorfs Sieger fallen nach der Sensation übereinander her. In der Mitte brüllt Daniel Brack mit weit geöffnetem Mund.© Petrow

30:29 gegen Favorit Göppingen

Burgdorfs nächste Handball-Sensation

Diese zwei Punkte waren nicht eingeplant, tun aber soooo gut im Kampf um den Bundesliga-Klassenerhalt: Aufsteiger TSV Hannover-Burgdorf bezwang Favorit FrischAuf Göppingen in der AWD-Hall sensationell mit 30:29.

VON MICHAEL LANGE

HANNOVER. Vielleicht lag es ja daran, dass Frank Carstens in Durchgang zwei mehr oder weniger den siebten Feldspieler gab. Der Bewegungsradius des Trainers vom Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf war am Mittwoch beim 30:29-Sensa­tionssieg gegen die Bundesliga-Spitzenvertretung von FrischAuf Göppingen absolut beeindruckend.

Noch erstaunlicher war lediglich der unbändige Kampfgeist, mit dem seine Profis die mit Nationalspielern gespickten Göppinger um Torwurfmaschine Lars Kaufmann (gestern zehn Treffer) niederrang. Zwei nicht eingeplante Zähler im Abstiegskampf, die von den 2625 Zuschauern in der AWD-Hall ekstatisch gefeiert wurden. „Wir haben gekämpft und mit Leidenschaft und Emotion gespielt“, meinte Coach Carstens, „das ist für uns die Grundvoraussetzung, um zu Hause eine Überraschung schaffen zu können. Das haben wir mit Bravour gelöst.“

Den Sieg sicherte der Isländer Hannes Jon Jonsson mit seinem ersten und einzigen Tor des Abends, einer brillanten Einzelleistung. Jonsson war zuvor kaum verhaltensauffällig geworden. Sein abschließendes Erfolgserlebnis passte insofern gut zum Burgdorfer Auftritt, als sich bei der TSV Spieler hervortaten, die vor der EM-Pause kaum was zu bestellen gehabt hatten.

Daniel Brack durfte wieder den Mittelmann machen – und das überzeugend. Auch Aivis Jurdzs tauchte auf und machte wie Lars Friedrich wichtige vier Treffer. Überragend ein fast ganz Neuer: Rechtsaußen Torge Johannsen glänzte bei seinem Heimeinstand mit acht Toren.

Nach diesem Erfolg hatte es lange nicht ausgesehen. Die TSV startete sehr nervös, gestattete insbesondere Kaufmann Torerfolge aus allen Lagen, auch der Ex-Burgdorfer Michael Thiede überwand Nenad Puljezevic im Burgdorfer Tor nach Belieben.

Puljezevic legte dann aber zu. Nach einem 0:4 fanden die Burgdorfer besser ins Spiel, fanden vor allem im Angriff zur Sicherheit und kamen in den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs erstmals zum Ausgleich (12:12). Die zwischenzeitliche Sicherheit aus Durchgang eins gewannen die Burgdorfer in der zweiten Hälfte wieder – als Jurdz nach 47 Minuten erstmals eine Führung erzielte (24:23), mochte in der AWD-Hall aber noch niemand so recht an einen Sieg glauben.


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