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GROSSE RUNDE: Die Burgdorfer Spieler feiern mit ihren begeisterten Anhängern den Sieg gegen Magdeburg.

GROSSE RUNDE: Die Burgdorfer Spieler feiern mit ihren begeisterten Anhängern den Sieg gegen Magdeburg.  © Petrow

27:25 gegen Magdeburg

Burgdorf – die Heimstarken

Wieder ein Handballfest in der AWD-Hall: Aufsteiger TSV Hannover-Burgdorf untermauerte seine Heimstärke mit einem wichtigen 27:25 gegen den SC Magdeburg.

VON PHILIPP SCHAPER

HANNOVER. Daniel Brack war der Erste, der seinem Trainer um den Hals fiel. Da war die Partie noch gar nicht beendet. Doch Frank Carstens, Coach des Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf, blieb ruhig. Seine Auswechselspieler hingegen feierten in der mit 3862 Zuschauern gefüllten AWD-Hall schon ausgelassen den Überraschungserfolg gegen den SC Magdeburg. Und auch nach dem Schlusspfiff ließ sich der TSV-Coach zumindest äußerlich nicht von der Freude über das 27:25 anstecken.

Was erst mal kein Wunder war – schließlich hatte Carstens seinem künftigen Arbeitgeber eine überaus schmerzhafte Abreibung verpasst. Burgdorfs Noch-Trainer bedankte sich erst artig beim Schiedsgericht, dann reichte er seinem Magdeburger Gegenüber Sven Liesegang, dessen Vorgesetzter er nächste Saison in Magdeburg sein wird, die Hand zum Sportlergruß. Nachdem er seinen Spielern gratuliert hatte, ging er mit seinen beiden Töchtern im Arm zum DSF-Interview – ein zufriedenes Grinsen im Gesicht.

Was ebenfalls kein Wunder war – Carstens hatte sich mit diesem Ergebnis unangenehme Nachfragen über seine Loyalität erspart. „Ich bin froh“, erklärte er nach dem Spiel, „dass diese Diskussion in den Medien jetzt nicht aufkommt.“ Schließlich steckt Carstens parallel zum Burgdorfer Projekt Klassenerhalt mit Magdeburg schon in der Planung für die nächste Spielzeit. „In den letzten beiden Wochen waren die Drähte aber komplett gekappt“, berichtete er. „Das ist mein Verständnis von Professionalität.“

Diese Einstellung übertrug er auf seine Mannschaft, der er eine tolle Leistung mit „großer Leidenschaft und großen Emotionen“ bescheinigte. Allen vorweg sorgte Torwart Nenad Puljezevic für Gefühlsausbrüche beim Burgdorfer Anhang. Knapp 20 Minuten vor dem Ende reckte der Torwart-Bär seine riesige rechte Pranke mit allen fünf Fingern in Richtung Bank, während das Publikum um ihn herum tobte. Fünf Siebenmeter nahm der Serbe den Gästen weg – dabei wollte Carstens ihn eigentlich bei Strafwürfen auswechseln. „Gott sei Dank hab ich mich anders entschieden“, sagte Carstens.

Puljezevic’ Paraden waren dafür verantwortlich, dass die TSV-Fans sofort im Spiel waren. Das freute Carstens: „Wahnsinn, das war sehr intensiv.“ In der Schlussphase lag der Trainer dann auch bei einer weiteren Entscheidung richtig: Er schickte seinen Isländer Hannes Jon Jonsson, der bis dahin auf der Bank gesessen hatte, als Spielmacher aufs Feld. Und der brachte die Kreativität ins TSV-Spiel, die letztlich zum Zwei-Tore-Sieg führte.


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