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Sabine Lisicki servierte 27 Asse.

Sabine Lisicki servierte 27 Asse. © Etienne Laurent

Tennis

"Bum Bum Bine" wieder mit Aufschlagrekord: 27 Asse

Kaum geht es in die kurze Tennis-Saison auf Gras, blüht Sabine Lisicki auf. 2013 zog die blonde Berlinerin auf dem heiligsten aller Rasen in das Wimbledon-Finale ein und wurde vom britischen Boulevard ob ihrer krachenden Aufschläge ehrfurchtsvoll "Bum Bum Bine" getauft.

Birmingham. Und jetzt, zwei Jahre später, hat es die Oliver-Pocher-Freundin nach zuletzt durchaus wechselhaften Leistungen auf der Tour erneut in die sportlichen Schlagzeilen geschafft. Wenige Tage vor dem neuerlichen Saison-Höhepunkt im Südwesten Londons schlug Lisicki bei ihrem Achtelfinal-Einzug gegen die Schweizerin Belinda Bencic - immerhin die Nummer 31 der Branchenwertung und beileibe kein Kanonenfutter - sage und schreibe 27 Asse. Auf dem Rasen in Birmingham, wo sie 2011 den Titel holte.

Flugs recherchierten die Statistikfreunde der Damen-Organisation WTA in ihren Archiven: Nie zuvor hat eine Spielerin in einem Match mehr Asse geschlagen. Die bisherige Bestmarke hielt die dominierendste Spielerin der Neuzeit. Der Amerikanerin Serena Williams glückten vor drei Jahren im Wimbledon-Halbfinale gegen die Weißrussin Victoria Asarenka 24 direkte Punkte bei eigenem Aufschlag.

"Es ist schön, eine weitere Bestmarke aufgestellt zu haben", sagte Lisicki nach ihrem 6:1, 7:6 (7:4)-Erfolg. "Natürlich ist der Aufschlag auf Gras eine gute Waffe. Und ich liebe es, auf Gras zu spielen", sagte die 25-Jährige und strahlte beim Siegerinterview auf dem Platz ihr schönstes Sabine-Lisicki-Lächeln.

Auf der Homepage der WTA wurden flugs alle 27 Asse unter der Überschrift "Geschichte wurde geschrieben bei den Aegon Classic Birmingham" zu einem kleinen Videofilmchen zusammengeschnitten, inklusive Schläger-Hämmern der bemitleidenswerten 18 Jahre alten Bencic. Und doch war Lisicki nicht rundum zufrieden mit ihrem Auftritt. Auf der digitalen Anzeigetafel hatte sie bei einem ihrer unerreichbaren Aufschläge die Ziffer 131 aufleuchten sehen.

Mit 131 Meilen pro Stunde hatte Lisicki im vergangenen Jahr in Stanford (allerdings auf Hartplatz) die Filzkugel bei ihrem Service gegen die Serbin Ana Ivanovic ins Feld geschlagen und damit Serenas ältere Schwester Venus als Geschwindigkeits-Aufschlag-Weltrekordlerin entthront. Dafür gab es nebst Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde eine schmucke gerahmte Urkunde. "Zu schade, dass ich die 131 um ein paar Inches verpasst habe", twitterte Lisicki jetzt. Vom kommenden Montag an bieten sich ihr weitere Chancen auf neue Bestmarken und sportliche Erfolge: bei ihrem Lieblingsturnier in Wimbledon auf Gras.

dpa


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