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Bruma wird bei einer Pressekonferenz im Trainingszentrum von RB Leipzig vorgestellt. Foto: Hendrik Schmidt

Bruma wird bei einer Pressekonferenz im Trainingszentrum von RB Leipzig vorgestellt. Foto: Hendrik Schmidt

Fußball

Brumas erster Auftritt bei RB Leipzig eher schüchtern

Eine kleine Runde. Bruma redet. Er redet eher leise. Auch inhaltlich keine lauten Töne. Nach heftiger Kritik seines Ex-Trainers lässt er sich auf keine verbale Revanche ein. Und das Thema Stammplatz? Er will spielen, klar, aber letztlich entscheidet ja der Trainer.

Leipzig. Sein großes Idol Cristiano Ronaldo hätte vermutlich anders reagiert. Landsmann Bruma gab sich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt für seinen neuen Arbeitgeber RB Leipzig auch angesprochen auf die nachträglichen verbalen Attacken seines Ex-Trainers freundlich und zurückhaltend.

"Ich habe ihm sehr viel zu verdenken. Ich glaube nicht, dass er mich schlecht machen wollte", sagte der 22 Jahre alte Portugiese in der Trainingsakademie der Roten Bullen. Dabei war Igor Tudor, Brumas Sportlicher Chef bei Galatasay Istanbul, mit den Worten in Medien zitiert worden: "Ich habe in meiner Karriere viel erlebt. Aber ich habe noch nie so ein Verhalten wie das von Bruma gesehen." Tudor habe seine Meinung gesagt, und er nehme das auf, meinte Bruma.

Fast schon schüchtern wirkte er, dabei war die Runde der Medienvertreter noch überschaubar. Bruma redete leise, Bruma sprach portugiesisch, eine Dolmetscherin übersetzte. Wichtig sei, dass er die Sprache auf dem Platz verstehe, meinte Bruma. Am Montag stieg Leipzigs Königstransfer in die Vorbereitung des Fußball-Bundesligisten und Champions-League-Teilnehmers ein.

Bedenken, dass Bruma Probleme machen könnte, haben die Vereinsverantwortlichen nicht. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick hatte jüngst betont, dass sich der Verein wie bei anderen Spielern auch vorher sehr, sehr eingehend über den U21-Nationalspieler informiert habe, auch was dessen Charaktereigenschaften betreffe.

Rangnick telefonierte nach eigenen Angaben eine Stunde mit Lukas Podolski und eine Dreiviertelstunde mit Andreas Beck. Der eine spielte mit Bruma für Galatasaray, der andere mehrmals gegen den schmächtig wirkenden 1,73 Meter großen offensiven Mittelfeldspieler. Alle, mit denen er gesprochen hätte, hätten ihm bestätigt, dass Bruma ein ordentlicher Kerl sei, versicherte Rangnick.

Bruma selbst informierte sich wiederum bei Podolski über den deutschen Fußball, die Bundesliga und RB Leipzig. Er habe ihm gesagt, dass die Bundesliga eine Topliga sei und dass RB Leipzig ein Topverein sei. Dort habe er die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.

Spannend wird sein, wie sich Bruma im stark besetzten offensiven Mittelfeld bei den Leipzigern durchsetzen kann. Er wird sich mit Emil Forsberg messen müssen. Er wisse nicht, ob er einen Stammplatz haben werde, meinte Bruma, der am liebsten auf der linken Seite spielt, aber auch auf der rechten spielen kann. Der Schlüssel werde sein, wie schnell Bruma das Spiel gegen den Ball umsetzen werde, hatte Rangnick jüngst auch gesagt. Das ist das Markenzeichen der Leipziger, so schafften sie es in die Bundesliga, so schafften sie es in der ersten Saison auf den zweiten Platz hinter dem FC Bayern München.

"Das ist immer so, wenn man den Verein wechselt, dass man sich an die Spielphilosophie gewöhnen muss. Dafür haben wir die Vorbereitung, dafür haben wir die Zeit", sagte Bruma. An diesem Donnerstag beginnt für RB im österreichischen Seefeld das Trainingslager. Coach Ralph Hasenhüttl hat dann erstmals alle, auch Nationalspieler Timo Werner, mit dabei.

dpa


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