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Geht Simon Schempp im Sprint an den Start?

Geht Simon Schempp im Sprint an den Start? © Barbara Gindl

Biathlon

Biathlon-Star Schempp bangt um Start in Ruhpolding

Es sollte das erneute großartige Kräftemessen zwischen Simon Schempp und Martin Fourcade werden. Doch ausgerechnet zum Auftakt des Heimweltcups in Ruhpolding könnte die Gesundheit dem deutschen Skijäger einen Strich durch die Rechnung machen.

Ruhpolding. Startet er oder startet er nicht? Nicht nur Simon Schempp selbst hoffte auf ein kleines Wunder über Nacht. Der Hals kratzt, ganz fit ist der Staffel-Biathlon-Weltmeister nicht. Der 27-Jährige will erst am Freitag kurz vor dem Sprint-Wettkampf über seinen Start entscheiden. In der Startliste steht er als Zwölfter.

Dabei wären die Aussichten für seinen vierten Saisonerfolg im Duell mit Martin Fourcade im Normalfall sehr gut. Beim letzten Weltcup in Pokljuka gewann er Sprint und Verfolgung. Doch dann war er angeschlagen und musste kurz vor Silvester mehrere Tage pausieren. Er sei wieder fit, hatte Schempp zu Wochenbeginn noch gesagt.

Bisher haben die Rivalen Schempp/Fourcade in diesem Winter die gleiche Erfolgsbilanz: Drei Siege und zweimal Zweiter. Nur weil Schempp beim Saisonauftakt einmal schwer patzte, führt Fourcade im Gesamtweltcup mit 53 Punkten vor dem Schwaben.

Die besseren Erinnerungen an Ruhpolding hat Schempp. Im Vorjahr kam Fourcade nach zwei Siegen in Oberhof im bayrischen Biathlon-Mekka nicht über die Ränge 21 und 26 hinaus. Der deutsche Staffel-Weltmeister gewann den Massenstart und wurde Sprint-Zweiter. Doch selbst wenn Schempp startet, wäre eine Spitzenplatzierung im jetzigen Gesundheitszustand eine kleine Überraschung.

Sollte Schempp nicht starten, wäre das für den Uhinger ein herber Rückschlag, zumal daran am Samstag auch die Verfolgung hängt. Verpasst Schempp erneut zwei Rennen, würde ihn das nach seinen beiden Nullnummern zum Auftakt in Östersund im Kampf gegen Fourcade um den Gesamtweltcup zurückwerfen.

Im schlimmsten Fall gehen in Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer, Erik Lesser, Benedikt Doll und Daniel Böhm fünf deutsche Männer beim Ersatz-Weltcup für Oberhof an den Start. Vor allem die Staffel-Weltmeister Lesser und Böhm hoffen auf bessere Leistungen als zuletzt. Sie haben als einzige des Stamm-Sechsers erst die halbe WM-Norm. "Es geht in die richtige Richtung. Aber ich bin noch nicht da, wo ich hin will", sagte Böhm.

Bei Doppel-Weltmeister Lesser kommt auch nicht die ganz große Vorfreude auf. "Ich fühle mich noch nicht so richtig in Form", bekannte er. Aber er sei genauso entspannt wie die Weltcups vorher. "Ich glaube, ich werde über die Wettkämpfe besser. Das ist die Marschroute." Die Frage nach der Norm nervt ihn: "Die WM-Norm ist mir gerade sowas von egal, denn ich will endlich mal ein ordentliches Rennen abliefern. Dann kommt die Norm irgendwann von allein."

Bei den Damen ist die zuletzt angeschlagene zweimalige Saisonsiegerin Laura Dahlmeier auf jeden Fall dabei, wie Bundestrainer Gerald Hönig sagte. Zudem starten Franziska Hildebrand, Maren Hammerschmidt, Miriam Gössner, Vanessa Hinz und Luise Kummer als Ersatz für die verletzte Franziska Preuß.

Vor allem für Maren Hammerschmidt, die bisher mit zwei zweiten Plätzen für Furore sorgte, ist der erstmalige Weltcup-Start auf ihren Heimstrecken in Ruhpolding etwas ganz Besonderes. "Ich habe davon immer geträumt und freue mich riesig. Manchmal muss ich mich immer noch kneifen, um zu begreifen, dass es so gut läuft."

dpa


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