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ABGEHOBEN: Ludger Beerbaum fliegt mit Chaman zum Sieg.

ABGEHOBEN: Ludger Beerbaum fliegt mit Chaman zum Sieg.© Florian Petrow

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Pferdesport

Beerbaum der Überflieger bei den German Classics

Toller Pferdesport in den Messehallen: Hannover ist begeistert von den German Classics.

Hannover. Springreiten? Deutschland? Star seit Jahrzehnten? Da fällt einem vor allem dieser Name ein: Ludger Beerbaum. 49 Jahre alt. Olympisches Gold in Seoul, Gold in Barcelona, Gold in Atlanta, Gold in Sydney. Und seit gestern Nachmittag zweimaliger Champion der German Classics in Hannover. „Ich bin hier schon geritten, als ich ein mittelgroßer Junge war“, sagte der neunmalige deutsche Meister, „Hannover ist was Besonderes - und hier zu gewinnen, ist eben ganz besonders schön.“

Als Vorletzter ging Beerbaum beim zweiten Umlauf in den Parcours, ein Überraschungsmann führte bis dahin souverän. Cassio Rivetti, Ukrainer mit brasilianischen Wurzeln, war mit vier Fehlern als Zwölfter so eben noch ins Feld des Stechens gerutscht, zeigte dort aber einen furiosen Ritt. Null Fehler, 34,64 Sekunden. „Aber ich wusste, das geht noch schneller“, so Beerbaum, der mit Chaman einen Hauch (34,47) rasanter war als Rivetti. Und nun wieder im Rennen ist um den Riders-Tour-Titel - Platz zwei (40 Punkte) hinter Luciana Diniz (46). 1999 hatte Beerbaum auf Goldfever seine ersten Classics in Bremen gewonnen. 2003 mit GladdysS der zweite Triumph, diesmal in Hannover. Und nun. „Aller guten Dinge sind drei, und dieses Ding war heute wirklich gut.“

Die 6000 Zuschauer in der Messehalle2 bejubelten den sympathischen Star besonders laut, hatte es vorher doch das große Favoritensterben gegeben: Marcus Ehning, Christian Ahlmann und Marco Kutscher, die Top-Talente David Will, Andreas Kreuzer und Katrin Eckermann scheiterten an den 14 Hindernissen. Eckermann, bis zum Großen Preis die Führende der Riders-Tour, hatte ihre Nerven nicht im Zaum. Aus schon am zweiten Hindernis. „Es ist eben nicht einfach, in Hannover zu gewinnen“, sagte Bundestrainer Otto Becker.

„Bisher hat mir noch jedes Jahr besser gefallen als das vorherige“, sagte Erika Cordts, Ehrenpräsidentin des Pferdesportverbandes Hannover und Classics-Turnierleiterin. Dieses Mal begeisterte sich Cordts, die morgen ihren 77. Geburtstag feiert, für die „schönen neuen Wettbewerbe wie Reit-Biathlon“ und für den „Generationswechsel im Parcours. Schön zu sehen, wie die Jungen den Alten Feuer machen.“

Das galt tatsächlich für die ersten drei der vier Classics-Tage mit 43000 Zuschauern. Gestern schlug ein Altmeister zurück, sicherte sich die 18750 Euro Siegprämie und einen Platz im Geschichtsbuch des Großen Preises.


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