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Der Italiener Fabio Aru steht im gelben Trikot des Gesamtführenden auf dem Podium.

Der Italiener Fabio Aru steht im gelben Trikot des Gesamtführenden auf dem Podium. © Yorick Jansens

Radsport

Barguil lässt Franzosen am Nationalfeiertag jubeln

Die 13. Tour-Etappe dauert nur drei Stunden - trotzdem geht es zur Sache. Den Sieg am französischen Nationalfeiertag holt sich Warren Barguil. Einen starken Eindruck hinterlässt auch Chris Froome, der nach seinem Einbruch am Donnerstag in Angriffslaune ist.

Foix. Ein inniger Kuss von Freundin Gabrielle, ein Handschlag vom strahlenden Tourchef Christian Prudhomme - und seine begeisterten Landsleute waren vollkommen aus dem Häuschen. Warren Barguil hat der "Grande Nation" am Nationalfeiertag das perfekte Geschenk geliefert.

"An diesem Tag zu gewinnen, ist außergewöhnlich. Ich bin überglücklich. Ich bin volles Risiko in der letzten Kurve gegangen und es ist aufgegangen", sagte der kleine Bergkönig vom deutschen Sunweb-Team nach seinem Triumph in Foix. Erstmals seit zwölf Jahren bescherte Barguil den Gastgebern wieder einen Heimsieg am nationalen Ehrentag.

Als heimlicher Sieger durfte sich am Freitag auf der nur 101 Kilometer langen 13. Etappe von Saint-Girons nach Foix auch Titelverteidiger Chris Froome fühlen. Der am Donnerstag gedemütigte Vorjahressieger schaltete zurück in den Angriffsmodus und brachte mit seiner schier übermächtigen Sky-Mannschaft die Rivalen mächtig ins Schwitzen und ins Grübeln. "Wir haben ein bisschen gespielt und werden das fortsetzen. Für uns ist es perfekt gelaufen", sagte Froome, auch wenn seine Attacken diesmal ohne Erfolg blieben.

Froome zeigte dabei sein ganzes Repertoire. Erst bluffte er an den Rampen zur Mur de Péguère und täuschte eine Schwäche vor, dann ließ er scharfe Attacken folgen und ging auch auf der halsbrecherischen Abfahrt ans Limit. "Gestern habe ich mich sehr schwach gefühlt, heute ging es viel besser", sagte Froome. Dazu hatte seine Mannschaft Mikel Landa in der Ausreißergruppe platziert, womit Spitzenreiter Fabio Aru als Einzelkämpfer weiter unter Druck geriet.

Die Rechnung der Briten ging (noch) nicht auf. Froome, Aru und die weiteren Topfavoriten erreichten 1:48 Minuten hinter den Ausreißern einträchtig das Ziel. Damit trägt Aru weiter das Gelbe Trikot des Gesamtersten. Doch der Vorsprung ist minimal: Froome liegt sechs, der französische Publikumsliebling Romain Bardet 25 Sekunden hinter dem italienischen Meister. Und auch der Kolumbianer Rigoberto Uran ist mit 35 Sekunden Rückstand in Schlagdistanz, nachdem der Weltverband UCI seine 20-Sekunden-Strafe wieder aufgehoben hat. Dazu hat Sky in Landa eine weitere Option, der Spanier liegt als Fünfter nur noch 1:09 Minuten hinter Aru.

Tagessieger Barguil, der vor dem kolumbianischen Giro-Zweiten Nairo Quintana und Ex-Toursieger Alberto Contador gewann, war dies freilich egal. Der Mann vom Sunweb-Team sorgte bereits für den vierten französischen Etappensieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Und auch den Vorsprung in der Bergwertung festigte der Sunweb-Profi, der im Frühjahr noch lange verletzt ausgefallen war. "Jetzt will ich das Trikot bis nach Paris tragen", sagte Barguil.

Das Grüne Trikot des Punktbesten ist auf den Schultern von Marcel Kittel, der mehr als 20 Minuten hinter Barguil das Ziel erreichte. In den Pyrenäen geht es für die Sprinter einzig ums rechtzeitige Ankommen. Meistert Kittel die Bergetappen, wird ihm Grün in Paris kaum zu nehmen sein. Der fünfmalige Etappensieger führt mit 363 Punkten klar vor dem Australier Michael Matthews (235).

Verwirrung hatte es vor der Etappe um Uran gegeben. Der Kolumbianer war am Donnerstag zunächst bestraft worden, weil er kurz vor Rennende eine Wasserflasche vom Straßenrand angenommen hatte. Laut UCI-Reglement ist es nicht erlaubt, auf Anstiegen und Abfahrten während der ersten 50 und der letzten 20 Kilometer Verpflegung anzunehmen. Laut der UCI seien vor dem letzten Anstieg aber die Teamfahrzeuge blockiert gewesen, so dass eine Versorgung der Fahrer nicht stattfinden konnte.

Beendet ist die Rundfahrt für Jakob Fuglsang. Der Däne quälte sich nach seinem Handgelenksbruch zunächst am Ende des Feldes über die Berge, später stieg er ganz aus. Damit verschärft sich die Situation für Aru, der einen weiteren Edelhelfer nach Dario Cataldo verlor.

dpa


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