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Bambergs Dalibor Bagaric (l-r), Daniel Theis und Bradley Wanamaker jubeln nach dem Schlusspfiff.

Bambergs Dalibor Bagaric (l-r), Daniel Theis und Bradley Wanamaker jubeln nach dem Schlusspfiff. © Sven Hoppe

Basketball

Bamberg nach "Schlacht" zurück im Titelrennen

Mit dem Victory-Zeichen dankte Bambergs völlig abgekämpfter Trainer Andrea Trinchieri den jubelnden Fans auf der Tribüne. Die zwei emporgereckten Finger bezogen sich nicht nur auf den dramatischen Last-Second-Sieg im zweiten Playoff-Finale um die deutsche Basketball-Meisterschaft beim Titelverteidiger FC Bayern München.

München. n. "Two more", zwei Siege mehr, rief Trinchieri auf seinem Weg durch die Halle, in dem die Gäste-Fans nach dem 80:78 (35:49) für die Oberfranken erste Titelgesänge anstimmten: "Die Nummer eins im Land sind wir", skandierten sie.

Mehr Dramatik als in Finale II der nun mindestens auf vier Partien angelegten bayerischen Endspielserie ging wirklich nicht: Mit dem letzten Wurf, einem Korbleger von Dawan Robinson 0,1 Sekunden vor der Schlusssirene, konnten die Bamberger zum 1:1 ausgleichen. Es war die erste und einzige Führung für den Serienmeister von 2010 bis 2013, die eine famose Aufholjagd krönte. "Was für eine Schlacht", sagte der Italiener Trinchieri, der so verschwitzt war wie seine Spieler: "Es sah lange böse aus. Aber in der zweiten Hälfte haben wir die Leidenschaft und den Willen gezeigt, etwas Besonderes zu schaffen."

In der Tat: In dem Maße, in dem die Bayern-Riesen nachließen, vor allem kräftemäßig, kämpften sich die Bamberger zurück ins Spiel. Plötzlich saßen die Würfe, endlich gewannen sie die Rebounds. Der US-Amerikaner Robinson verwertete das letzte Zuspiel seines herausragenden Landsmannes Brad Wanamaker (19 Punkte). "Jetzt haben wir eine Best-of-three-Serie", resümierte Trinchieri. Am Sonntag geht es in Bamberg weiter, wo am 21. Juni auch ein womöglich alles entscheidendes fünftes Endspiel stattfinden würde.

"Wir haben Bamberg den Sieg geschenkt", klagte Bayerns Nihad Djedovic frustriert. Seine 15 Punkte hatte der Flügelspieler alle vor der Pause erzielt, als der Meister vor 6700 Zuschauern im Audi Dome groß aufspielte. Trinchieri sah da eine "Mozarella-Abwehr" seiner hilflos wirkenden Akteure. "Wir sind die bessere Mannschaft. Wir müssen nur 40 Minuten konzentriert sein", erklärte Djedovic trotzig.

Der Bayern-Einbruch hatte Gründe. "Wir waren ziemlich platt", gab Geschäftsführer Marko Pesic zu. Es war in kurzer Folge das elfte Playoff-Spiel für die Bayern, gegenüber erst acht der Bamberger. Hinzu kam, dass Abwehrspezialist Anton Gavel mit einer Hüftblessur in der entscheidenden Phase fehlte. Djedovic rieb sich in der Bewachung von Wanamaker auf. "Er hatte starke Schmerzen", berichtete Trainer Svetislav Pesic über Gavel. Ob er Sonntag wieder auflaufen kann, ist ungewiss.

"Wir haben die Stärke, um in Bamberg wieder zu gewinnen", sagte Djedovic nach nun jeweils einem Auswärtssieg. "Es steht 1:1 - und die Serie ist wieder offen", lautete das Zwischenfazit von Marko Pesic. Einen "Knacks" werde die Niederlage den Bayern nicht verpassen, versicherte der Münchner Geschäftsführer. Man habe schon so viele Nackenschläge weggesteckt im Saisonverlauf: "Wir müssen nur Kraft sammeln und wieder fit sein. Es geht immer weiter!", sagte Marko Pesic.

dpa


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