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Thomas Bach möchte im russischen Dopingskandal noch vor den Olympischen Winterspielen handeln.

Thomas Bach möchte im russischen Dopingskandal noch vor den Olympischen Winterspielen handeln. © Martin Mejia

Sportpolitik

Bach: Müssen vor Winterspielen im Dopingskandal handeln

Eine Hängepartie will IOC-Präsident Thomas Bach im russischen Dopingskandal tunlichst vermeiden. Auch wenn seine Ermittler bisher schleppend vorankommen, will er rechtzeitig vor den Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang Antworten geben.

Lima. IOC-Präsident Thomas Bach will rechtzeitig vor den Winterspielen in Südkorea im Februar die nötigen Maßnahmen im russischen Dopingskandal ergreifen. Das machte Bach zum Abschluss der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees in der peruanischen Hauptstadt Lima klar.

"Es kann nicht sein, dass die Winterspiele von einem andauernden Verfahren bezüglich Russland überschattet werden", sagte Bach, der zuversichtlich ist, dass die beiden IOC-Kommission rechtzeitig Ergebnisse liefern. "Dann werden wir entscheiden. Ein Eingeständnis allein hilft nicht vergessen zu machen, was in der Vergangenheit passiert ist."

Es sei offensichtlich, dass während der Winterspiele im russischen Sotschi 2014 das Anti-Doping-System manipuliert worden sei. "Die Manipulation konnte nicht eine einzelne Person bewerkstelligen", sagte Bach, der sich nicht auf die Art möglicher Strafen festlegen wollte. "Wir müssen wissen, wer die Verantwortung trägt."

Führende nationalen Anti-Doping-Agenturen (NADO) kritisierten das IOC für den zögerlichen Umgang mit dem russischen Dopingproblem. Sie forderten den kompletten Ausschluss des olympischen Komitees Russlands von den nächsten Winterspielen.

Vor den Rio-Spielen hatte auch die WADA dem IOC empfohlen, Russland komplett auszuschließen. Das IOC entschied sich für eine Einzelfallprüfung, so dass etwa 280 russische Sportler starteten. Dafür werden das IOC und Bach persönlich bis heute kritisiert.

Fünf Monate vor den Winterspielen vom 9. bis 25. Februar im südkoreanischen Pyeongchang fehlt dem IOC weiter die eigene Handhabe für Strafen. Auf der Vollversammlung gab es nur Zwischenberichte der beiden Kommissionen. Die Fragen, welche russischen Sportler in Sotschi betrogen haben und ob dahinter ein staatlich organisiertes System stand, wurden nicht beantwortet. In Sotschi hatten die Russen die Nationenwertung gewonnen.

Das IOC muss sich mit russischem Doping in großem Stil beschäftigen, seit der kanadische Rechtsprofessor Richard McLaren am 18. Juli 2016, einen ersten Bericht präsentierte. McLaren ermittelte im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA).

Als Reaktion auf den zweiten McLaren-Report beschloss das IOC, die Urinproben aller russischer Athleten in Sotschi erneut zu analysieren. McLaren kam zu dem Schluss, dass zwischen 2011 und 2015 mehr als 1000 russische Sportler in ein staatlich gedecktes Dopingsystem verstrickt waren. Russland weist die Vorwürfe zurück.

dpa


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