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Raul Bobadilla (r) machte ind er 89. Minute das entschiedende 3:1.

Raul Bobadilla (r) machte ind er 89. Minute das entschiedende 3:1. © Koca Sulejmanovic

Fußball

Augsburg gelingt das Fußball-Wunder - 3:1 in Belgrad

Die Sensation ist perfekt: Für die wackeren Schwaben des FC Augsburg geht die Reise durch Europa nach schier unglaublichen Leistung weiter. Die Truppe von Markus Weinzierl siegt in vorletzter Minute 3:1 in Belgrad - zum Helden der Nacht avanciert ein Südamerikaner.

Belgrad. Ein grandioser FC Augsburg hat das Fußball-Wunder doch noch geschafft. Nach einer spektakulären Leistung siegte der Bundesligist mit 3:1 (1:1) im "Endspiel" bei Partizan Belgrad und kann damit bei seinem Debüt in der Europa League überwintern.

Raul Bobadilla erzielte am Donnerstag vor rund 25 000 Zuschauern in der 89. Minute das entscheidende dritte Tor und wurde zum Helden der Augsburger Traumnacht im Partizan-Stadion. Es war schon der sechste Treffer des bulligen Paraguayers im laufenden Wettbewerb.

Zuvor hatten der eingewechselte Abwehrspieler Jeong-Ho Hong (45.+2 Minuten) und Kapitän Paul Verhaegh (51.) den frühen 0:1-Rückstand durch Abubakar Oumaru (11.) gedreht. Glück hatte der FCA bei einem Lattenschuss von Nikola Ninkovic (73.). Zudem scheiterte der eingewechselte Caibuy an Partizan-Torhüter Zivko Zivkovic (78.), nach der Gelb-Roten Karte für Andrija Zivkovic rannte der FCA in den letzten zehn Minuten in Überzahl an. Bitter für Augsburg beim größten Erfolg der Vereinsgeschichte war allerdings die womöglich schwere Fußverletzung von Innenverteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker.

"Wir sind überglücklich", sagte FCA-Trainer Markus Weinzierl nach dem Fußball-Krimi. "Es hat uns keiner zugetraut, dass wir hier 3:1 gewinnen - außer wir selbst. Kompliment an meine Mannschaft - sie hat sich heute für den großen Aufwand belohnt und das Spiel gemacht", sagte der Coach. "Hauptsache weiter", meinte Torschütze Verhaegh, "das ist natürlich sensationell. Aber wir haben vorher auch daran geglaubt. Wir können das jetzt kurz genießen", sagte der Niederländer.

Weinzierl machte seine Ankündigung, offensiv agieren zu wollen, mit einer mutigen Aufstellung wahr. Er bot in seiner Startelf gleich fünf offensivstarke Akteure um Bobadilla auf. Der Angreifer konnte trotz leichter Sprunggelenksprobleme auflaufen.

Die beiden Blocks neben den rund 1000 Augsburger Fans blieben zur Sicherheit leer. Und die treuen Anhänger sahen einen munteren Beginn ihres Teams. Augsburg versteckte sich nicht, doch der Warnschuss von Bobadilla (7.) hatte zunächst keine belebende Wirkung - und ein Ballverlust von Tim Matavz dafür wenig später Folgen: Nach einem schnellen Pass konnte Oumaru ungehindert aufs Tor zustürmen und Marvin Hitz mit seinem fünften Treffer im laufenden Wettbewerb überwinden. Mit einer großartigen Rettungstat gegen Darko Brasanac verhinderte der Schweizer Keeper das 2:2 (56.). Nikola Ninkovic traf nur die Latte (73.).

Nach dem 1:0 zog hatte sich Partizan zunächst zurückgezogen, die Mannschaft von Trainer Ljubinko Drulovic lauerte auf Konter und drehte dann in der Schlussphase noch einmal auf. Augsburg war optisch überlegen, es fehlten aber Präzision im Passspiel und spielerische Mittel, um zu aussichtsreichen Torabschlüssen zu kommen. Ganz bitter für den FCA: Nach einem bösen Foul von Ninkovic verletzte sich Callsen-Bracker am linken Fuß und musste raus - über die Rote Karte hätte sich Ninkovic nicht beschweren können.

Für den Innenverteidiger kam Hong ins Spiel - nach einem Freistoß von Aktivposten Piotr Trochowski köpfte der Südkoreaner bei der letzten Aktion vor der Pause zum 1:1 ein. Verhaegh nutzte ein Wirrwarr im Partizan-Strafraum dann zur Führung - und Bobadilla machte das ersehnte Wunder wahr.

dpa


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