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Lance Armstrong soll sich bei den Mitarbeitern seiner «Livestrong»-Stiftung entschuldigt haben.

Lance Armstrong soll sich bei den Mitarbeitern seiner «Livestrong»-Stiftung entschuldigt haben. © Francois Lenoir

Radsport

Armstrong entschuldigt sich bei Krebsstiftung

Vor seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Doping-Verurteilung hat sich Ex-Radstar Lance Armstrong bei den Mitarbeitern der von ihm gegründeten Krebsstiftung entschuldigt.

Austin. Der Texaner besuchte die Büros der "Livestrong"-Stiftung in seiner Heimatstadt Austin, wo er bei den Mitarbeitern um Verzeihung bat. Dabei habe er sich aber nicht explizit auf die Vorwürfe des jahrelangen Dopings als Radprofi bezogen, wie die Nachrichtenagentur AP unter Verweis auf eine anonyme Quelle berichtete.

Im Anschluss daran war die Aufzeichnung eines Interviews mit TV-Moderatorin Oprah Winfrey geplant, in dem der frühere Dominator der Tour de France erstmals zu den massiven Vorwürfen Stellung nehmen wird. Jüngsten Medienberichten zufolge wollte Armstrong dabei die Einnahme von Dopingmitteln gestehen, aber keine umfangreichen Details oder Namen verraten.

Das mit Spannung erwartete Interview, das am Donnerstagabend (Ortszeit) im US-Fernsehen und gleichzeitig Internet ausgestrahlt wird, sollte in einem Hotel in Austin aufgenommen werden. Ursprünglich war das Haus des 41-Jährigen für den Dreh vorgesehen gewesen - allerdings war das Anwesen Armstrongs von Journalisten belagert, weswegen vermutlich die Planänderung vorgenommen wurde.

Der Besuch und die Ansprache Armstrongs bei "Livestrong" sollen sehr emotional gewesen sein. Der Ex-Profi, dem seine sieben Siege bei der Tour de France aberkannt worden waren, habe mehrmals um Fassung gerungen, einige Mitarbeiter hätten geweint, berichtete AP.

Der Gründer der Stiftung, der sich nach Veröffentlichung der umfangreichen Beweise durch die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA aus der Führungsebene von "Livestrong" zurückgezogen hatte, habe "ehrlich und tiefempfunden sein Bedauern ausgedrückt", sagte Stiftungssprecherin Katherine McLane der Nachrichtenagentur Reuters. Details über eine mögliche Dopingbeichte nannte sie dabei nicht.

Armstrong habe sich dafür entschuldigt, die Mitarbeiter enttäuscht und das Unternehmen einem Risiko ausgesetzt zu haben. Wegen der in einem mehr als 1000 Seiten starken Dossier vorgebrachten Beweise - darunter Zeugenaussagen ehemaliger Teamkollegen - hatten sich mehrere Sponsoren wie der Sportartikel-Gigant Nike von Armstrong abgewendet.

Der Radsport-Weltverband UCI hatte alle Ergebnisse Armstrong von August 1998 im Nachhinein gestrichen. Der Amerikaner soll jahrelang gedopt haben, unter anderem mit EPO, Testosteron und Kortison. Außerdem soll er seine Teamkollegen bei den Rennställen US Postal und Discovery Channel zum Dopen genötigt haben. Ihm drohen nun Schadensersatzklagen und wegen Meineids sogar eine Gefängnisstrafe.

dpa


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