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Hockey

Tiefschläge für 78

Es ist erst drei Jahre her, da standen die Hockey-Herren von 78 schon mit anderthalb Beinen in der ersten Bundesliga. 0:0 stand es damals am letzten Spieltag fünf Minuten vor dem Ende im Zweitligaspitzenspiel gegen den Düsseldorfer HC. Das hätte 78 zum Aufstieg gereicht. Doch der späte Siegtreffer für die Gäste aus dem Westen machte seinerzeit die Düsseldorfer zu Aufsteigern und stieß 78 ins Tal der Tränen.

Hannover. Es war der Beginn eines langsamen Abstiegs. Noch einmal Zweiter, allerdings mit großem Abstand zum Ersten, Fünfter und am Ende der vergangenen Saison Neunter und damit Absteiger waren die folgenden Saisonresultate. Die große Zeit der 78er scheint vorbei zu sein – zu­mal gleichzeitig auch die 78-Damen die zweite Liga verlassen mussten und wie die Männer nun ab September Regionalliga-Kost serviert bekommen.Herren-Trainer Sebastian Bruns musste nach dem Ende der Bundesliga-Zeit noch drei weitere Tiefschläge hinnehmen. Philip Reihs beendete seine Karriere, Torwart Bastian Greite bekam in Hamburg einen Ausbildungsplatz, und auch Tobias Schnepel spielt in der kommenden Saison für den Zweitligakrösus Polo Hamburg. „Die drei sind definitiv weg. Ein paar andere Fragezeichen habe ich noch auf meinem Zettel. Aber es gibt auch einige, die die Fahne bei uns hochhalten“, sagt Bruns.So kommt Volke Strauss aus Bremen zurück, Torwart Robert Siebrecht aus Clausthal: „Und mit Chris Dolge bleibt auch mindestens ein Routinier.“ An eine sofortige Rückkehr in die zweite Liga glaubt Bruns aber nicht: „Die Krux ist, dass bei uns die Jahrgänge 1994 bis 1999 fast vollständig fehlen. Da holt uns jetzt die Zeit ein, in der die Jugendarbeit gar nicht lief. Das war nicht nachhaltig.“ Bitter: Mit Jonathan Stelter geht einer der wenigen aus dem 99er-Jahrgang für ein Jahr nach Peru. „Mittlerweile ist Hockey wieder für Kinder interessant. So habe ich auch bei fünf- bis sechsjährigen Wuseln 32 Kinder“, hat Bruns seinen Optimismus aber noch nicht verloren, „ich freue mich jedenfalls auf den Neuanfang.“Den muss auch Magnus Meyer-Tauffmann mit seinen Damen schaffen. Das Team, das er erst vor einem halben Jahr übernommen hatte, stieg nach drei Jahren in der zweiten Liga ab. Torfrau Sonja Thüner wechselte als Trainerin in den Westen. „Sie konnte wie kaum eine andere ein Spiel lesen und die Ab­wehr ordnen“, so der Coach. Linda Cobano geht zum Studium nach Hamburg: „Linda war unser Mittelfeldmotor.“ Als dritter Abgang, der ebenso wehtat, wird Verteidigerin Merle Trüttken für ein Jahr auf Weltreise gehen und vorerst in Valencia spielen.Doch auch Meyer-Tauffmann blickt optimistisch in die Zukunft: „Trotz des Abstieges ist bei uns nicht viel schiefgelaufen. Wenn das Team in der Hinrunde wenigstens einen Sieg geholt hätte, wäre auch bei den Spielerinnen der Glaube an der Klassenerhalt noch stärker gewesen.“von Matthias Abromeit


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