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TRADITION: TKH-Trainer Rodger Battersby kleidet sich  in der Regel schwarz mit roter Krawatte.

TRADITION: TKH-Trainer Rodger Battersby kleidet sich in der Regel schwarz mit roter Krawatte.
© Lobback

Basketball-Saisonstart

TKH-Trainer Battersby spricht Klartext

Saisonstart für die Basketball-Bundesliga-Frauen des TK Hannover: Das Team von Rodger Battersby (61) empfängt am Sonntag(16 Uhr) Marburg. Wir sprachen mit dem Chef-Trainer über Chancen, Ziele, Europa, Krawatten und Donald Trump.

Hannover.  

Rodger Battersby, kurz vorm Saisonstart: Sind Sie schon aufgeregt?

Nein, wirklich nicht! Wir haben getan, was wir konnten. Wir haben eine gute Mannschaft zusammengestellt. In früheren Zeiten hat ja jedes Spiel ein unglaubliches Gewicht gehabt. Wenn man früh verloren hat, konnte man es möglicherweise im Laufe der Saison nicht mehr ausgleichen. Durch die Einführung der Play-offs ist am Ende immer noch alles möglich. Das bedeutet aber eben auch, dass man zwei Monate über die Hauptsaison hinaus voll seine Leistung bringen muss.

Ist es positiv, dass der TKH diesmal mit einem Heimspiel startet?

Das empfinde ich als sehr angenehm. Letztes Jahr sind wir als Neuling in Wasserburg beim mehrfachen Meister gestartet. Wir waren zu dem Zeitpunkt stark aufgestellt und hatten sie sogar kurz zuvor ge­schlagen. Aber es ist einfach ein Unterschied, ob man quer durch die Bundesrepublik reisen muss oder ausgeruht antreten kann. Insofern bin ich froh über den Heimstart.

Was geht gegen Marburg?

Das kommt darauf an, wie wir unsere Stärke am Korb ausnutzen können und ob wir die Schüsse, die Marburg von außen nehmen wird, unter Druck setzen können. Die haben sehr gute Distanzschützen. Da müssen wir die eine oder andere schlichtweg ausknipsen.

Sie haben sich mit sechs Zugängen verstärkt und ergänzt …

Ich glaube, dass wir relativ robust sind. Wir haben oft die Situation gehabt, dass wir 30 bis 35 Minuten vorne waren. Und dann hat es die letzten fünf bis zehn Minuten mit der Kraft nicht mehr gereicht. Das hat man dann auch in den Play-offs gesehen. Das Problem haben wir abgestellt. Ich glaube, dass wir wesentlich stärker von der Bank kommen und dass wir mehr Entlastung für die Starting-Five geben können. Vielleicht verschiebt die eine oder andere ja so­gar das Gefüge in der Star­ting-Five.

Inwiefern haben Sie das Team gezielt verstärkt?

Letztes Jahr hatten wir eigentlich gar keine lange Spielerin. Jetzt haben wir sogar zwei mit Liga Vente und Ivana Brajkovic. So haben wir unterm Korb, wenn die anderen Mannschaften mit großen Spielerinnen kommen, etwas da­gegenzusetzen. Auch auf der Aufbau-Position haben wir uns verstärkt. Mary Ann Mihalyi hat eine Super-Saison gespielt. Sie ist nicht einmal ausgefallen. Aber weil sie so viel und lange spielen musste, fehlte dann manchmal nach hinten raus der Druck. So ist es gut, dass wir jetzt Snezana Colic haben. Sie ist ein guter Zocker. Sie sieht viel, wirft gut, passt gut. Ein anderer Spielertyp. So sind wir flexibler im Umgang mit anderen Mannschaften.

Wie lautet das Saisonziel?

Wenn man richtig gut sein will, muss man zuallererst die Play-offs erreichen. Das Team ist so aufgestellt, dass ein Platz in den Top Vier möglich ist. In den Play-offs muss man dann sehen, was passiert. Letztes Jahr war Platz vier als Neuling ja nur ein Wunsch, ein Traum. Platz sieben am Ende be­deutete dann immerhin die Teilnahme an den Play-offs. Dieses Jahr muss es besser werden.

Und welchen Wunsch gibt es für diese Saison? Das Halbfinale?

Wir wollen zunächst einmal einen guten Ball spielen. Besser werden bedeutet: die zweite Runde der Play-offs zu erreichen, also das Halbfinale. Und dann mal schauen, ob es nicht vielleicht doch fürs Endspiel reicht. Den Pokal dürfen wir auch nicht vergessen. Da ist die erneute Teilnahme am Final-Four auch ein Ziel.

Ist Europa bald ein Thema für den TKH?

Die Mannschaften, die da zuletzt mit Glück unverhofft reingerutscht sind in den Europapokal, haben nicht unbedingt davon profitiert. Du musst einen Kader haben, der in der Lage ist, die Mehrbelastung zu kompensieren. Zum anderen muss man in der Lage sein, die Kosten zu tragen. Ziel ist es, mit dieser TKH-Mannschaft einen deutlichen Sprung nach vorne zu machen. Und Kontinuität an den Tag zu legen. Alles andere sind Spinnereien.

Zu Ihrem typischen Dress-Code: Sehen wir das schwarze Hemd und die rote Krawatte wieder?

Das hat ja Tradition. Ob ich die rote Krawatte beibehalte, muss ich mir noch überlegen, weil sie durch Donald Trump ein bisschen in Verruf geraten ist. Ich muss mir überlegen, ob ich mich dagegen durchsetze und sage: Das ist mein Stil und nicht seiner, er kopiert mich nur! Mal gucken ...

Von Simon Lange


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