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Hier boxt er: Marco Huck in der Tui-Arena.

Hier boxt er:Marco Huck in der Tui-Arena.© Florian Petrow

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NP-Interview

So will Boxer Marco Huck in Hannover zuschlagen

Am 19. November verteidigt Marco Huck seinen Cruisergewichtsweltmeistertitel der International Boxing Organisation (IBO) gegen den Ukrainer Dmitro Kutscher. Im NP-Interview kündigt Geburtstagskind Huck (ist heute 32 Jahre alt geworden) ein Boxspektakel an.

Hannover. Hallo, Herr Huck. Sie haben zu Ihrem Geburtstag „zwei Tage Disko“ angekündigt. Werden Sie es mitten in der Vorbereitung auf Ihren WM-Kampf tatsächlich an diesem Wochenende zwei Tage lang krachen lassen?

Nein, nur einen Tag. Aber ich werde in Hannover gut Party machen.

Wo in Hannover?

Das ist ein Geheimnis.

Kein Geheimnis ist, dass Sie im Trainingscamp in Braunlage sind. Wie gefällt es Ihnen im Harz?

Schön hier, wir haben die ganze Zeit Schnee.

Sind Sie schon Schlitten gefahren - oder ist die Verletzungsgefahr zu groß?

Eigentlich ist es für mich zu gefährlich, aber manchmal kann ich es nicht lassen. Es macht einfach zu großen Spaß.

Und nächste Woche werden Sie dann mit Ihrem Gegner im Ring Schlitten fahren ...

Bei uns in Berlin heißt das: Ich werde ihn Maß nehmen!

Sie sind gut in Form, hört man, nachdem Ihr Kampf am 24. September abgesagt werden musste, weil dem Jamaikaner Ovill McKenzie schon vorher schwindelig war.

Normalerweise spiele ich nach meinen Kämpfen immer ein bisschen den Lebemann, aber der Kampf hat ja nicht stattgefunden - also habe ich einfach weitertrainiert.

Sie sagen, Sie haben sich bewusst für Hannover als Austragungsort entschieden. Warum?

Ich bin ja in Bielefeld groß geworden, das ist nur 100 Kilometer entfernt. Und daran habe ich gute Erinnerungen. Vor allen Dingen habe ich einen sehr starken Kampf gemacht 2006, Nuri Seferi war damals einer meiner stärksten Gegner in der Anfangszeit. Das Publikum habe ich noch in bester Erinnerung, das hat mich so nach vorne gepeitscht. Mein Gegner war ja gefürchtet, wurde „der Schweizer Tyson“ genannt. Den habe ich dank des hannoverschen Publikums quasi vernichtet. Ich habe ihn ganz klar dominiert. Deswegen wollte ich schon immer wieder in Hannover boxen.

Wie schätzen Sie Ihren aktuellen Gegner ein? Dmitro Kutscher ist ja Europameister.

Seine Stärke ist auf jeden Fall, dass er sehr stark hauen kann. Er hat eine gute russische Schule. Die Russen sind ja dafür bekannt, dass sie sehr gut boxen können. Deswegen muss ich da auf der Hut sein. Ich darf nichts dem Zufall überlassen.

Es treffen zwei K.o-Schläger aufeinander. Können Sie dem Publikum einen Knockout versprechen?

Jeder weiß, wenn ich boxe, kann es jederzeit zu Ende gehen. Von daher ist auf jeden Fall eine gute Show garantiert.

Jetzt mit 32 - sehen Sie sich da auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere?

Wenn ich mir meine Kämpfe von früher anschaue, denke ich: Mein Gott, was für einen Mist habe ich damals geboxt! Mit meiner Verfassung von jetzt hätte ich den 25-jährigen Huck auseinandergenommen. Jetzt boxe ich viel schlauer, mit viel mehr Routine. Boxen macht mir so einen Spaß - ich habe ja früher viele Sportarten gemacht: Handball, Fußball, Tischtennis, Tennis. Alles querbeet habe ich probiert, aber ins Boxen habe ich mich richtig verliebt. Es ist für mich die beste Sportart. Und jetzt mit 32 bin ich in meiner Bestform. Ich glaube, in meinem Körper ist sogar noch mehr drin.

Fällt die Quälerei im Training mit Anfang dreißig nicht schwerer als früher?

Ich kann mich eigentlich nur selber schlagen. Mein größter Gegner bin ich selbst. Man muss sich jeden Tag aufs Neue motivieren, jeden Tag wieder in die Halle gehen - das ist wirklich schon sehr, sehr hart.

Wie viele Monate bereiten Sie sich so intensiv auf einen Kampf vor?

Normalerweise zwei Monate, aber bei mir waren es auch schon mal drei Wochen. (lacht) Das war wirklich sehr fahrlässig.

Wenn Sie Ihren WM-Kampf in Hannover gewinnen, wovon wir ausgehen - würden Sie sich nochmal einen Wechsel vom Cruiser- ins Schwergewicht zutrauen? Sie haben im Februar 2012 um den WBA-Schwergewichtstitel geboxt und gegen den Russen gegen Alexander Powetkin knapp nach Punkten verloren. Sonst wären Sie zweiter deutscher Schwergewichtsweltmeister nach Max Schmeling gewesen.

Ich möchte erst mal meinen Kampf hier erfolgreich bestreiten - das hat für mich die größte Priorität. Hinterher ist alles offen.

- Die Veranstalter in Hannover planen am 19. November mit bis zu 7000 Zuschauern. Insgesamt stehen ab 19 Uhr sieben Kämpfe auf dem Programm. RTL überträgt den WM-Fight von Marco Huck live ab 22.30 Uhr. Karten gibt es auf tickets.neuepresse.de, sie kosten ab 20 Euro bis 450 Euro.


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