Navigation:
Querfeldein: Für Torsten Hirschberger läuft es gut im Allgäu, er erreicht das Ziel in Sonthofen (kleines Bild) nach 10:50 Stunden.

Querfeldein: Für Torsten Hirschberger läuft es gut im Allgäu, er erreicht das Ziel in Sonthofen (kleines Bild) nach 10:50 Stunden.
 © fotos: FreY (2)

Ultra-Marathonlauf

Panorama mit Hindernissen

Der Hannoveraner Torsten Hirschberger meistert knapp 70 Kilometer durch die Allgäuer Alpen und lässt sich auch von Rindviechern nicht ausbremsen.

Hannover.  69,5 Kilometer laufen ist anstrengend genug. Doch Torsten Hirschberger aus Hannover hatte noch weitere Herausforderungen beim 11. Allgäu-Panorama-Marathon mit Start und Ziel in Sonthofen zu bestehen. „Es waren 3272 Höhenmeter zu überwinden“, erzählte der 53-Jährige. Er erweiterte damit seine Lauferlebnisse, die ihn schon über den Holmenkollen und durch die Elsässer Vogesen geführt hatten, um ein weiteres Kapitel.

Um sechs Uhr morgens machte sich das Feld der 268 Ultraläufer aus 16 Nationen auf den Weg durch die Allgäuer Alpen. „Maximal 13 Stunden Zeit hatten wir für die Strecke“, sagte Hirschberger. Er selbst wollte die Distanz nach elf Stunden geschafft haben, ein ehrgeiziges Vorhaben, weil er auch noch einen Ruckstack mit drei Kilogramm Gepäck mitschleppte. „Dort habe ich Verpflegung, ein Erste-Hilfe-Set und Stöcke für die Auf- und Abstiege verstaut“, sagte der Läufer.

Zunächst lief es wie am Schnürchen für den Hannoveraner. Die Ortschaft Grasgehren nach 19 Kilometern erreichte er eine halbe Stunde früher, als es seine Rennplanung vorgesehen hatte. „Zu diesem Zeitpunkt war die Luftfeuchtigkeit mit 94 Prozent zwar hoch, wirkte sich aber bei Temperaturen zwischen 13 und 15 Grad nicht so stark aus.“

 Auf der nächsten Etappe in Richtung Kleinwalsertal und Oberstdorf über das Söllereck hinterließ das Skisprungstadion in der südlichsten Gemeinde Deutschland einen nachhaltigen Eindruck. Und Hirschberger räumte ein, dass der Wettkampf zu Recht den Namen Panorama-Lauf trage. „Die Aussicht ist spektakulär“, sagte er. Wie kräftezehrend die Distanz bei steigenden Temperaturen auf deutlich mehr als 20 Grad aber wurde, zeigte sich an der Zwischenzeit in Oberstdorf. „Ich war langsamer als erwartet“, sagte Hirschberger, dabei hatte er in Relation zu anderen Startern sogar Boden gutgemacht.

Die wahre Herausforderung kam aber auch dem letzten Teilstück mit dem Aufstieg zum Sonnenkopf und dem Überwinden von 1200 Höhenmetern. „Die Anstiege waren brutal steil und mit Wurzelwerk durchzogen, da zahlte es sich aus, dass ich die Stöcke mitgeführt hatte“, sagte Hirschberger, der die Hilfsmittel allerdings schon zuvor eingesetzt hatte, um die Muskulatur zu entlasten. Und es gab unvermutete Hindernisse: „Auf den Wiesen waren Zäune mit kleinen Toren, die schwer zu öffnen waren“, sagte der Hannoveraner. Und an einer Stelle blockierte ein echtes Rindvieh den Weg. Die Kuh ließ sich auch durch das Traktieren mit Stöcken nicht beeindrucken, erst nach längerer Zeit erhob sie sich seelenruhig und gab den Weg wieder frei für die Läufer.

Mit weichen Beinen und einer wundgescheuerten Zehe erreichte Hirschberger das Ziel in Sonthofen. Doch die Tortur hatte sich gelohnt. 10:50:59 Stunden brauchte der Hannoveraner. Er unterbot damit die eigene Zielzeit und reihte sich damit auf dem 145. Platz ziemlich genau im Mittelfeld der Ultraläufer ein. „So gut habe ich noch nie bei einem internationalen Rennen abgeschnitten“, sagte Hirschberger.

Von der Anstrengung zeugten nicht nur die wunden Füße und müden Beine, sondern auch vier Kilogramm Gewichtsverlust. Doch Hirschberger nimmt jetzt schon das nächste Ziel in Angriff – ein 80-Kilometer-Rennen mit Ziel auf dem Pariser Eiffelturm.

Von Carsten Schmidt


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Vergleiche alle Wettquoten für Spiele von Hannover 96 bei SmartBets.