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Spieler Suleiman Abdullahi ist zu sehen.

Spieler Suleiman Abdullahi ist zu sehen. © Peter Steffen/Archiv

Fußball

Niedersachsen-Derby auf Augenhöhe - Warnung an Krawallmacher

Berichte über mögliche Krawalle und Ausschreitungen stehen beim Niedersachsen-Derby im Vordergrund. Dabei könnte die sportliche Ausgangslage für beide Teams kaum spannender sein.

Braunschweig/Hannover. Die Sorge vor Ausschreitungen beim emotionsgeladenen Niedersachsen-Klassiker zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 am Sonntag lässt kaum noch Raum für sportliche Aspekte. Auch Innenminister Boris Pistorius (SPD) schaltete sich am Freitag in die Diskussion um das Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga ein. Er sprach eine deutliche Warnung an alle potenziellen Krawallmacher aus. "Dieses Spiel findet quasi unter Bewährung statt", teilte der Minister mit.

Im Vorfeld nahm die Polizei Hannover am Freitagabend rund 170 gewaltbereite Fans in Hildesheim vorübergehend fest. Fans beider Mannschaften hätten sich in der Nähe eines Baumarkts zum Prügeln treffen wollen, sagte eine Sprecherin. Polizisten hätten ein Aufeinandertreffen der verfeindeten Lager verhindert. Ob es Verletzte gab, war zunächst unklar.

Pistorius wird sich das brisante Derby nach Angaben seines Sprechers im Eintracht-Stadion ansehen. "Sollte es im Umfeld des Spiels zu größeren, gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen, weise ich schon heute darauf hin, dass dies weitreichende Konsequenzen für das Rückspiel haben wird", hieß es vom Minister. Die ersten unschönen Vorkommnisse ereigneten sich bereits am Freitag in Hannover. Unbekannte hängten Puppen mit 96-Schals an Brücken auf, zudem wurde das frühere 96-Vereinsheim beschmiert.

Auch auf dem Platz dürfte es beim 40. Duell der beiden Nachbarclubs seit der Bundesligagründung 1963 hoch her gehen. Die Trainer Torsten Lieberknecht (Braunschweig) und Daniel Stendel (Hannover) können nahezu auf ihren gesamten Kader zurückgreifen. Einzig Eintracht-Stürmer Suleiman Abdullahi sowie 96-Kapitän Manuel Schmiedebach fallen verletzungsbedingt aus. Bei Spielern und Trainern wächst die Anspannung.

"Es knistert bei uns genauso wie es in der Region knistert", sagte Lieberknecht. "Es ist eben ein Spiel mit dieser Brisanz und wir hoffen natürlich, dass die Fans hier auch eine Dynamik und eine Wucht entwickeln, um uns hier zu unterstützen. Das brauchen wir." Braunschweig empfängt die Gäste aus der Landeshauptstadt als Tabellenführer - eine durchaus überraschende Konstellation, bei der die Eintracht als Favorit ins Spiel gehen dürfte.

"Jeder in der Mannschaft weiß, dass dieses Derby einen besonderen Charakter hat. Braunschweig ist ein souveräner Spitzenreiter, aber ich sehe uns auf Augenhöhe mit der Eintracht", beurteilte 96-Trainer Daniel Stendel die Ausgangslage. Seine Mannschaft, als Aufstiegsfavorit gestartet, liegt drei Punkte hinter dem Nachbarclub.

Will Hannover 96 den Anschluss an die Tabellenspitze nicht verlieren, muss ein Sieg her. Auch die Eintracht verspürt aus Sicht des Trainers Druck nach dem verlorenen Spiel bei Dynamo Dresden am vergangenen Wochenende. "Wenn du eine Niederlage hattest, willst du beim nächsten Spiel wieder in die Spur kommen. Mit dieser Verantwortung habe ich die Jungs in Dresden aus der Kabine verabschiedet", erklärte Lieberknecht. Er hat als Spieler und Trainer noch keine Partie gegen Hannover verloren.

dpa


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