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ENTSPANNT: 96-Hammerwerfer Alexej Mikhailov steht bei der U-23-EM in Polen im Finale

ENTSPANNT: 96-Hammerwerfer Alexej Mikhailov steht bei der U-23-EM in Polen im Finale
© Wilde

Leichtathletik: U-23-EM

Nerven-Sieg für Hammerwerfer Mikhailov

Ein Knall, ein Fall – und eine gaaanz lange Pause. Für Hannovers Top-Hammerwerfer Alexej Mi­khailov ging die U-23-EM am Donnerstag in Polen ziemlich holprig los.

Bromberg. Der erste von drei Versuchen „hatte nicht gereicht, den hatte ich ganz locker geworfen“, um erst mal in den Qualifikationswettkampf fürs Finale reinzukommen. Dann bereitete sich Mikhailov auf den zweiten Versuch vor und nahm den Hammer in die Hand. „Plötzlich höre ich einen lauten Knall“, schildert Mikhailov. Die Stäbe, die das Fangnetz halten, waren einfach umgefallen: „Wahrscheinlich von einem Windstoß.“

Die Quali musste für eineinhalb Stunden unterbrochen werden. Die Hammerwerfer zogen sich in die Stadionkatakomben zurück. Dann ging es für die Sportler weiter, „ohne Zeit, sich aufzuwärmen, wir waren alle kalt“, erklärt Mikhailov.

Er musste als Erster nach der Pause wieder ran, bewies Nerven aus Stahl, schleuderte das 7,26-Kilo-Gerät auf 68,26 Meter und übertraf damit die geforderte Qualifikationsweite um 76 Zentimeter.

Echte Freude kam aber nicht auf. „Der Wettkampf hat eine Menge Kraft und Nerven gekostet. Für mich war das eine falsche Entscheidung. Man hätte den Wettkampf noch einmal neu ansetzen müssen“, kritisierte der 96-Athlet, „schade für alle, die jetzt ausscheiden, zumal wir uns gar nicht richtig aufwärmen konnten, weil die Siebenkämpferinnen direkt neben uns auf zwei Hochsprunganlagen schon mitten im Wettkampf waren.“

Sein Ziel fürs Finale am Freitag (ab 17.30 Uhr): „Ich will eine neue Bestleistung werfen.“ Die steht bei 72,59 Metern. „Ich würde die Marke gern deutlich steigern“, sagt Mi­khailov. „Wenn ich mich steigere, ist die Platzierung am Ende nicht so wichtig. Wir sind noch alle jung, da wird es die eine oder andere Bestmarke geben“, sagt der 21-Jährige, der am Donnerstag nur noch chillte. Abschalten nach der Nervenschlacht. Gut essen, sich vom Physiotherapeuten durchkneten lassen. Ins Stadion ging er nicht mehr.

Bester Werfer in der Quali-Gruppe A von Mihkailov war der Ungar Bence Halasz mit 70,14 Metern.

Von Simon Lange


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