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Diesen Schuss von Spielertrainer Vygandas Zilius kann Durmersheims Schlussmann Timo Brunner abwehren.

Diesen Schuss von Spielertrainer Vygandas Zilius kann Durmersheims Schlussmann Timo Brunner abwehren.
© Wehrbein

Motoball

Nach 42 Jahren wieder im Halbfinale

Der 1. MSC Seelze hat das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft erreicht. Nach dem 5:5 im ersten Vergleich ließen sich die Platzherren von Comet Durmersheim nicht mehr an den Karren fahren – sie gewannen mit 9:3.

Motoball. „Halbfinale, Halbfinale, hey, hey, hey!“ Ausgelassen haben die Seelzer Fans nach dem Abpfiff ihr Team gefeiert. Und dazu gab es auch allen Grund. Eine gefühlte Ewigkeit, genaugenommen 42 Jahre, ist es her, dass der 1. MSC Seelze zuletzt das Semifinale um die deutsche Motoball-Meisterschaft erreicht hatte – diese Partie wird also in die Vereinsgeschichte eingehen. Das Team vom Kanal schlug auf heimischem Platz im Play-off-Viertelfinalrückspiel den MSC Comet Durmersheim deutlich mit 9:3.

„Wir haben beim 5:5-Remis in Durmersheim gesehen, wo deren Schwächen liegen und was wir noch verbessern können“, hatte Seelzes Spielertrainer Vygandas Zilius vor der Partie gesagt. Die Taktik des Nordmeisters ging voll und ganz auf. „Es hat alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben“, freute sich Zilius. Ein schnelles Tor sollte her. Die Führung besorgte der Spielertrainer selbst, da waren gerade drei Minuten gespielt. Keine 60 Sekunden später legte Goalgetter Tobias Hahnenberg nach – und erhöhte vor der Pause auf 3:0 (12.). Die Platzherren überfuhren den Südvierten mit ihrem frühen Pressing förmlich. „Im ersten Viertel waren wir richtig stark“, kommentierte Zilius, die Führung habe Sicherheit gegeben und die nötige Ruhe ins Spiel gebracht.

Im zweiten Durchgang trat wiederum der überragende Hahnenberg das Leder ins Netz (37.), Dovydas Zilius traf zum 5:0 (40.). Dass die Seelzer mit einem solchen Vorsprung in die Halbzeit gehen würden, hätten wohl die größten Optimisten nicht für möglich gehalten. Nach dem Seitenwechsel wurde die Begegnung zunehmend ruppiger. Es ging hitzig zu auf dem Feld. Immer wieder gerieten die Spieler mit ihren Maschinen und verbal heftig aneinander. Die Schiedsrichter sprachen einige Zeitstrafen aus. Comet verkürzte durch Jonas Burger (44.). Der Nordmeister setzte den Ball mehrfach ans Aluminium. Jan Berner zielte präzise (51.), doch Burger gab postwendend die Antwort (52.).

Beim Stand von 6:2 ging es ins finale Viertel. Die Durmersheimer legten sich ins Zeug, Daniel Kranefeld brachte sein Team heran (61.). Eine heikle Phase. Ein vermeintlicher weiterer Treffer von Comet wurde von den Schiedsrichtern abgepfiffen. Stattdessen schoss Jan Berner ins Schwarze (67.), Dovydas Zilius erhöhte auf 8:3 (73.), Vygandas Zilius setzte den Schlusspunkt (76.).

Es lief einfach wie geschmiert für die Seelzer, allen voran beim dreifachen Torschützen Tobias Hahnenberg, der einen megaguten Tag erwischt hatte. Zwischen den Pfosten lieferte sein Bruder Kevin einen bärenstarken Auftritt ab.

„Wir waren jederzeit konzen­triert, ich bin mit der Leistung aller Akteure total zufrieden, ein dickes Lob an die Mannschaft, unsere Helfer und Zuschauer“, Vygandas Zilius hätte am liebsten die ganze Welt umarmt. Nach 1972 erstmals wieder ein solcher Erfolg. Gegner im Halbfinale ist der MSC Ubstadt-Weiher. Die Fans können sich bereits jetzt einen Platz im Sonderbus für die Fahrt in den Süden reservieren.

Von Nicola Wehrbein


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