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Wolfsburgs Trainer Andries Jonker in der Arena.

Wolfsburgs Trainer Andries Jonker in der Arena. © Peter Steffen/Archiv

Fußball

Mit "Ruhe und Klarheit": Jonker freut sich auf den HSV

Es ist erstaunlich ruhig beim VfL Wolfsburg. Dass der Club vor einem der wichtigsten Spiele der jüngeren Vereinsgeschichte steht, ist kaum zu spüren. Der Trainer hält trotz der prekären Situation nicht viel davon, in Panik zu verfallen.

Wolfsburg. Kein Trainingslager, keine Wutreden und auch sonst kein Griff in die Trickkiste: Mit business as usual will der VfL Wolfsburg nach einer völlig verkorksten Saison zumindest den schweren Gang in die Relegation vermeiden. "Ich glaube eher an Ruhe und Klarheit", sagte Wolfsburgs Trainer Andries Jonker am Donnerstag mit Blick auf das entscheidende Duell beim Hamburger SV am Samstag (15.30 Uhr/Sky).

Die Wolfsburger gehen mit zwei Punkten Vorsprung auf den HSV in die Partie des letzten Spieltages der Fußball-Bundesliga. Dem VfL reicht deshalb ein Remis zum Klassenerhalt, während der HSV unbedingt gewinnen muss, um nicht zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren gegen den Dritten der Zweiten Liga um den letzten Platz im Oberhaus zu kämpfen. "Wir haben großen Druck, aber der beim HSV ist größer", sagte Wolfsburgs Sportdirektor Olaf Rebbe zur Konstellation.

Jonker will sein Team ungeachtet der Tatsache, dass ein Unentschieden zur Rettung reicht, auf Sieg spielen lassen. "Jeder fühlt sich mit dem Ausgangspunkt am wohlsten zu gewinnen. Und dafür tun wir alles. Wir gehen auch jetzt davon aus, dass wir das Spiel gewinnen können. Darüber gibt es keinen Zweifel", sagte Jonker.

In gewisser Weise freue er sich sogar auf die Partie, sagte der Niederländer, der Ende Februar die Nachfolge von Valérien Ismaël angetreten hatte, der eigentlich top besetzten Wolfsburger Kader aber auch nicht auf Kurs bringen konnte. "Das sind die Tage im Leben, die man nicht vergisst", sagte Jonker. "Das sind die schönsten Tage, wenn man sie erfolgreich bestreitet."

Allerdings räumte Jonker ein, dass er den Druck natürlich spüre. Schließlich wäre völlig unklar, wie es beim VfL Wolfsburg im Falle eines Abstieges weitergehen würde. Auch Rebbe und Jonker stünden dann wohl zur Disposition. "Es ist ein schönes Spiel, aber natürlich eines mit großer Bedeutung", sagte Jonker.

Während der HSV am Donnerstag wieder ein Kurztrainingslager bezog, bereiten sich die Niedersachsen daheim auf den Showdown an der Elbe vor. "Wir haben hier einfach die besten Bedingungen", begründete Jonker die Entscheidung. Nachdem er seinen Kader am Dienstag etwas verkleinert hatte, liefen die Einheiten am Mittwoch und Donnerstag wieder ganz normal ab.

Verzichten müssen die Wolfsburger am Samstag auf Paul Seguin. Der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler fällt wegen einer Wadenverletzung aus. Ein großes Fragezeichen steht noch hinter Ricardo Rodríguez. Der Schweizer, der vor einem Wechsel zum AC Mailand stehen soll, laboriert weiter an einer Knöchelverletzung. "Wir versuchen alles zu tun, dass Ricardo zur Verfügung stehen kann, ich weiß aber immer noch nicht, ob es klappt", sagte Jonker. Fehlen wird der Niederländer Riechedly Bazoer wegen einer Gelbsperre.

Doch das alles spielt für Jonker keine große Rolle, er ist sich sicher, dass die Saison am Samstag positiv für den VfL zu Ende geht und ihm ein mögliches Relegations-Duell mit dem Lokalrivalen Eintracht Braunschweig erspart bleibt. "Der Zusammenhalt zwischen Spielern, Trainerstab, Mitarbeitern und Fans - das ist ein Block", sagte Jonker. "Zudem glaube ich, dass die Mannschaft genug Qualität hat. Und darum bin ich komplett davon überzeugt, dass wird das schaffen."

dpa


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