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Eike Onnen sichert sich mit übersprungenen 2,22 Metern den dritten Rang im Hochsprung. das bringt dem deutschen Team neun Punkte.© Imago

Leichtathletik

Mannschafts-Gold für Hannover-Duo

Eike Onnen und Ruth Sophia Spelmeyer tragen mit ihren dritten Plätzen zum Sieg der deutschen Leichtathleten in Lille bei.

Hannover/Lille. Eike Onnen freute sich über die Wettkampf-Abwechslung. „Das Format Team-Europameisterschaft finde ich gut“, sagte der 34-jährige Hochspringer von Hannover 96. „Es ist mal eine Abwechslung, in der Leichtathletik nicht für sich allein kämpfen zu müssen.“

Onnen hatte auch Grund zur Freude, weil er von den Mannschafts-Titelkämpfen im nordfranzösischen Lille die Goldmedaille mitbrachte. Überraschend kam der Erfolg nicht, weil die Auswahl des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) als erster Siegesanwärter genannt worden war. Titelverteidiger Russland durfte nicht starten – aus den bekannten Problemen mit der Bekämpfung von Doping sind die Osteuropäer weiterhin vom Weltverband IAAF von allen Wettkämpfen suspendiert.

Onnen trug immerhin neun Punkte zum Erfolg bei – er belegte im Hochsprung den dritten Platz und erkämpfte damit eines der erwartet guten Resultate in einem sehr ausgeglichenen deutschen Team. „Die Platzierung ist okay, ich habe für die nötigen Punkte gesorgt“, sagte er, war aber mit der Höhe von 2,22 Metern nicht zufrieden. „Es wäre ein bisschen mehr drin gewesen, aber die Bedingungen waren schwierig“, sagte Onnen und spielte damit auf den böigen Wind und die kühlen Temperaturen an. Für die nächsten Wettkämpfe versprach der Hochspringer bessere Leistungen: „Es wird Zeit für höhere Höhen in Richtung 2,30 Metern bei den deutschen Meisterschaften in zwei Wochen. Bei der WM in London möchte ich ins Finale kommen. Das ist mein Ziel.“

Auch Spelmeyer wird Dritte

Zum Teamerfolg trug auch noch Ruth Sophia Spelmeyer bei, die in Hannover wohnt und trainiert. Die 400-Meter-Läuferin war etwas traurig, dass sie als bis dahin Jahresbeste nur in der Staffel eingesetzt wurde. Dort aber zeigte sie als Schlussläuferin eine starke Leistung und führte das deutsche Quartett, in dem außerdem Laura Müller, Nadine Gonska und Hannah Mergenthaler liefen, auf den dritten Platz hinter Polen und der Ukraine. Die stärker eingeschätzten Britinnen und Französinnen mussten sich mit den Rängen hinter dem deutschen Quartett begnügen. Zusätzliche Motivation bezieht die 26-jährige Spelmeyer, die für den VfL Oldenburg startet, aus der Einzelleistung von Kollegin Müller in Lille. Diese toppte mit 52,09 Sekunden Spelmeyers bisherige Leistung um knappe 0,14 Sekunden.

Robert Harting trumpft auf

Garanten des deutschen Teamerfolges, des dritten in der Geschichte dieses Wettbewerbes, waren viel Frauenpower und ein nervenstarker Robert Harting. Insgesamt siebenmal lagen deutsche Sportler ganz vorn im Klassement: die 4x100-Meter-Staffel der Frauen mit Lara Matheis, Gina Lückenkemper, Alexandra Burghardt und Rebekka Haase (42,47 Sekunden), Gesa Felicitas Krause über 3000 Meter Hindernis (9:27,02 Minuten), Pamela Dutkiewicz über 100 Meter Hürden (12,75 Sekunden), Konstanze Klosterhalfen mit großem Abstand über 1500 Meter ( 4:09,57 Minuten) und Siebenkampf-Spezialistin Claudia Salman-Rath im Weitsprung (6,66 Meter). Besonders beeindruckte Krause mit ihrem Start-Ziel-Sieg. „Es ist immer einfacher, wenn man freie Sicht hat“, sagte die 24-Jährige.

Bei den Männern verbuchten Dreispringer Max Heß mit der Saisonbestweite von 17,02 Metern und Diskuswurf-Routinier Robert Harting (66,30 Meter) Erfolge.  „Das war ganz cool“, sagte Harting, der wieder einmal seine Stärke im letzten Durchgang bewies. Da übertraf der Olympiasieger von London 2012 noch den Polen Robert Urbanek (66,25). „Schön war der Wurf nicht, eher grob. Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass ich meine wahre Stärke noch nicht zeigen kann“, bilanzierte der 32 Jahre alte Berliner.

Nicht zufrieden war Speerwurf-Olympiasieger Thomas  Röhler. Er landete, gestört von wechselnden Winden, mit 84,22 Metern auf dem dritten Platz.

Von Carsten Schmidt


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