Navigation:
Start auf Kopfsteinpflaster: Zum 16. Mal machen die Läufer morgen die Lehrter Innenstadt unsicher.

Start auf Kopfsteinpflaster: Zum 16. Mal machen die Läufer morgen die Lehrter Innenstadt unsicher.
© Bork

Leichtathletik

Lehrter City wird zum Läufer-Stadion

2108 Läufer sind beim 16. Lehrter Citylauf bereits dabei, mit bis zu 200 Nachmeldern wird gerechnet.

Leichtathletik. Die Zahlen sprechen für sich: 2108 Voranmeldungen, allein über zwei Kilometer sechs verschiedene Rennen, um des Andrangs der Kinder, Grundschüler und Jugendlichen Herr zu werden. Dazu die Hauptläufe über vier sowie zehn Kilometer und 200 erwartete Nachmelder – der Lehrter Citylauf macht am Freitag auch bei seiner 16. Auflage die Innenstadt zum riesigen Lauf-Stadion. In der Region ist der Wettbewerb die Nummer eins, der größte von Ehrenamtlichen organisierte. Einzig Marathon, Nachtlauf und Silvesterlauf in Hannover mobilisieren noch mehr Masse.

Auch im Jahr eins nach dem Rücktritt von Lauf-Gründer Jürgen Teiwes setzen die neuen Organisatoren auf Kontinuität. „Im sportlichen Bereich haben wir fast gar nichts verändert“, sagt Pressesprecherin Frauke Wolfsturm. Einzig der Auslauf der Kinder, die sich um 16.15 Uhr erstmals auf den Weg machen, wurde ein wenig verlegt. Um 18.30 Uhr fällt der Startschuss für das Vier-Kilometer-Rennen.

Stammgast in Lehrte ist Ulrike Wendt, mehrfache Siegerin und einstige Streckenrekord-Halterin. Vorn mitlaufen wird sie auch in diesem Jahr, an die Rekordzeit von Tabea Themann (13:26) aus dem Jahr 2015 dürfte sie wohl nicht herankommen. Wenn doch, wird es von ihrem Ehemann eine Prämie geben. Denn die Wahrendorff-Kliniken honorieren jeden Rekord mit einem Scheck – und Marcel Wendt ist als Vertreter der Kliniken im Einsatz und läuft sogar selbst mit.

Das Zehn-Kilometer-Spektakel beginnt um 19.15 Uhr. Die lukrativen Preise ziehen stets die niedersächsische Lauf-Prominenz nach Lehrte. Aus Braunschweig kommen nationale Topathleten, viele von ihnen erst als Nachmelder. Haftom Weldaj (TSV Pattensen) dürfte der Sieg nicht in den Schoß fallen. Der Streckenrekord steht seit zwei Jahren bei 31:11 Minuten – die LSV-Triathleten Marc Wilhelms und Philipp Weber werden da nicht herankommen, Weber aber durchaus vorn mitlaufen können. Auch Justus Nieschlag wäre ein Mitfavorit auf den Sieg gewesen. „Aber nach dem WTS-Rennen in Stockholm muss ich mich jetzt erstmal um mein Studium kümmern. Aber ich wäre echt gern in meiner Heimatstadt gelaufen“, versicherte er.

Ein anderer muss nicht mehr studieren. „Natürlich bin ich noch dabei“, sagt Jürgen Teiwes. „Aber jetzt nur noch auf der anderen Seite der Absperrgitter. Als Zuschauer lasse ich mir das nicht entgehen.“ Der Vater des Citylaufes hat nach 15 Jahren das Heft aus der Hand gegeben – sogar im wahrsten Sinn. Den roten Ordner mit allen Ablaufplänen übergab er schon lange vor diesem Lauf an die neuen Organisatoren. „Leicht ist mir das nicht gefallen, aber mein 75. Geburtstag war dann doch der richtige Zeitpunkt.“ In diesem Jahr hat er sich konsequent aus allem rausgehalten – nur am Freitag wird er rückfällig und kommt zum Lauf: als Zuschauer.

Von Matthias Abromeit


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Vergleiche alle Wettquoten für Spiele von Hannover 96 bei SmartBets.