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Auf der Marathonstrecke in Kopenhagen hat Kersten Koschoreck tatkräftige Unterstützung.

Auf der Marathonstrecke in Kopenhagen hat Kersten Koschoreck tatkräftige Unterstützung.
© Privat

Triathlon

Koschoreck löst das Hawaii-Ticket

Athlet vom TSV Barsinghausen qualifiziert sich in Kopenhagen für das Ironman-Spektakel.

Barsinghausen. Der Weg von Barsinghausen nach Hawaii führt über Kopenhagen – zumindest für Kersten Koschoreck. Denn wer zum Hawaii-Ironman will, dem Urvater aller Triathlons, muss sich vorher bei einem der weltweit ausgetragenen Rennen der Ironman-Serie qualifizieren. Koschoreck vom TSV Barsinghausen suchte sich den Ironman in der dänischen Hauptstadt aus – und sein Vorhaben klappte. In seiner TM-55-Klasse wurden dort zwei Tickets nach Hawaii vergeben. Als Zweiter machte der Deisterstädter seinen Traum wahr. Nun darf er sich am 14. Oktober auf Big Island in die Fluten des Pazifiks stürzen.

„Ich will nach Hawaii“ lautete die Kampfansage des Barsinghäu­sers im Vorfeld. Dafür hatte sich der Calenberger neben Beruf und Familie ein Jahr lang auf das Rennen in Kopenhagen vorbereitet – wohlwissend, dass er dort mindestens Rang zwei seiner Altersklasse belegen musste.

Teil eins dieses Vorhabens erledigte Koschoreck im Feld der insgesamt 2625 Eisenmänner und -frauen noch mit Bravour. Nach 58:18 Minuten und 3,8 Kilometern in der Lagune am Amager-Strandpark stieg er als Führender seiner Altersklasse aus dem Wasser. Doch auf der 180 Kilometer langen Radstrecke bestätigten sich seine schlimmsten Befürchtungen: Der Kampf gegen den dänischen Wind wurde zur Härteprüfung. Zweimal musste die Runde an der Ostseeküste absolviert werden. Die Radzeit von 5:28:01 Stunden war nicht das, was sich der Barsinghäuser vorgestellt hatte. Dadurch fiel er auf Rang vier seiner Altersklasse zurück.

Doch der Wille, das Ticket nach Hawaii doch noch zu lösen, war ungebrochen. Auf der Marathon-Strecke durch die Innenstadt von Kopenhagen hatte Koschoreck tatkräftige Unterstützung. An der Strecke feuerten Ehefrau Petra, Sohn Fabian und Anders Nilsen, Schwimmtrainer der TSV-Triathleten, an. Nilsen hatte es sich nicht nehmen lassen, seinem Schützling in seiner Heimatstadt beizustehen.

Aufholjagd von Erfolg gekrönt

Das Messen der Abstände zu den vor ihm Liegenden gehörte natürlich ebenso dazu. So wusste Koschorek stets, wie viel er noch aufholen musste – und er kam immer näher. Am Ende kämpfte sich Koschoreck zu seiner Marathonbestzeit von 3:43:45 Stunden. Damit hatte er nur noch den Franzosen Patrick Le Meur (10:11:34) vor sich. Seine Endzeit von 10:16:58 Stunden ließ ihn jubeln: Das Ticket war gesichert, der deutsche Rivale Jürgen Penert (10:18:57) auf Rang drei verwiesen.

Nur musste Koschoreck bei der Siegerehrung noch sofort sein Jawort geben, den Hawaii-Startplatz damit annehmen und die 890 US-Dollar plus 8 Prozent Steuern bezahlen. Auch das klappte.

Mit Koschoreck freute sich Björn Wüsteney, der zweite Barsinghäuser im Kopenhagener Feld. Vor zwei Jahren, als beide in Barcelona die Qualifikation versuchten, hatte es nur Wüsteney geschafft, und Koschoreck gratulierte. Nun lief es andersherum. Dennoch war Wüsteney zufrieden: Er finishte nach 9:43:50 Stunden und erreichte damit Platz 25 in der TM-30-Klasse. „Mein Ziel war es, unter zehn Stunden zu kommen. Das habe ich geschafft“, meinte Wüsteney.

Von Matthias Abromeit


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