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Bremens Trainer Viktor Skripnik.

Bremens Trainer Viktor Skripnik. © Guido Kirchner/Archiv

Fußball

Job-Garantie für Skripnik: Finale gegen Augsburg

Werder Bremen rauscht beim Saisonstart voll in den Schlamassel. Sportchef Baumann gibt ein Trainer-Versprechen, doch Viktor Skripnik weiß, dass sein Arbeitsplatz nicht sicher ist.

München/Bremen. Für einige Werder-Fans ist klar, wer der erste gefeuerte Trainer der neuen Bundesliga-Saison wird. Viktor Skripnik hat nach der Pokal-Pleite in Lotte und dem desaströsen 0:6-Debakel in München bei Teilen der Bremer Anhängerschaft schon nach dem ersten von 34 Bundesliga-Spielen jeglichen Kredit verloren. Doch Manager Frank Baumann will sich auf die Trainer-Debatte nicht einlassen. Er bekräftigte seine Einschätzung, die er nach dem von 5,98 Millionen ARD-Zuschauern verfolgten Auftaktmatch im Fernsehen abgegeben hatte.

"Wir werden da nach dem ersten Spieltag definitiv keine Diskussion von unserer Seite aufkommen lassen. Insofern ist das kein Thema", sagte Ex-Profi Baumann und erteilte dem Werder-Trainer quasi eine Job-Garantie. Sogar nach acht erfolglosen Spiele würde er an Skripnik festhalten. Dieser habe bereits bewiesen, "dass er deutlich schwierigere Situationen meistern kann."

Davon lässt sich der ukrainische Coach aber nicht blenden. Er weiß, dass er um seinen Posten kämpfen und im Umgang mit der Mannschaft etwas ändern muss. "Wir haben jetzt am zweiten Spieltag schon ein Finale", sagte Skripnik zu dem Match gegen den FC Augsburg am 11. September im Bremer Weserstadion.

Der Werder-Trainer hat in der Vergangenheit seine Spieler nach schwachen Auftritten oft in Schutz genommen. Nach dem Match in München fühlte er sich als "Arsch der Welt" und kritisierte seine Profis. "Es war zu einfach für Bayern, wir waren teilweise zu naiv. Die Aggressivität im Zweikampf hat gefehlt", sagte Skripnik.

Die Werder-Spieler übten wie nach dem Lotte-Spiel Selbstkritik. "Wir haben als Mannschaft versagt", stellte Kapitän Clemens Fritz nach dem mutlosen und ängstlichen Auftritt fest. "Natürlich ist es bitter, so früh mit 0:2 zurückzuliegen. Aber das ist kein Grund, sich abschießen zu lassen", kommentierte Fin Bartels das 14. erfolglose Bremer Pflichtspiel gegen den FC Bayern München in Serie.

In Torjäger Claudio Pizarro und Neuzugang Max Kruse fehlten in der Allianz Arena zwei wichtige Profis in einer Werder-Mannschaft, die in keiner Phase als Einheit auftrat. Ein Umstand, den auch Sportchef Baumann in seiner Analyse erwähnte: "Wir haben einige wichtige Spieler verloren, wir haben viele Neuzugänge, und wir mussten Profis spielen lassen, die noch nicht bei 100 Prozent sind."

Ob die lange Wartezeit bis zum Augsburg-Spiel gut oder schlecht ist, darüber war man sich im Bremer Lager nicht ganz einig. "Einerseits ist es bescheuert, dass wir dieses Ergebnis jetzt zwei Wochen mit uns rumschleppen müssen, andererseits haben wir Zeit, die Fehler in Ruhe aufzuarbeiten", sagte Neuzugang Robert Bauer.

dpa


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