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Der Super-Galopper: Ian Ferguson gewinnt auf der Galopprennbahn Iffezheim (Baden-Württemberg) auf Iquitos den Großen Preis von Baden.

Der Super-Galopper: Ian Ferguson gewinnt auf der Galopprennbahn Iffezheim (Baden-Württemberg) auf Iquitos den Großen Preis von Baden.
© dpa

Sonntag Start beim Prix de L’Arc de Tri­omphe in Paris

Iquitos, der Super-Galopper

Vormittags um zehn Uhr auf dem Gestüt Evershorst: Walter Buhmann klettert von seinem Trecker, zuppelt seine Mütze zurecht und fängt an, übers ganze Gesicht zu strahlen, als er von Iquitos erzählt. „Es ist Wahnsinn“, dass wir das alles erleben dürfen. Wir sind froh und dankbar“, sagt er – und seine Augen leuchten.

Langenhagen. „Das alles“ ist die un­glaubliche Erfolgsgeschichte des kleinen Super-Hengstes aus Langenhagen (Stockmaß: 1,56 Meter). Am Sonntag startet der Galopper des Jahres 2016 beim bedeutendsten Rennen der Welt – dem Prix de L’Arc de Tri­omphe in Paris-Chantilly. „Das ist etwas ganz Besonderes. Gewaltig“, schwärmt Buhmann, „egal, was dabei rauskommt. Iquitos hat als eines von drei Top-Pferden in Deutschland die absolute Berechtigung, bei so einem Rennen zu starten.“

Iquitos stammt vom Ge­stüt Evershorst, das Buhmann leitet und zusammen mit seiner Frau Ingrid und seiner Mutter Erika betreibt. 2011 hatten die Buhmanns entschieden, ihre selber ge­züchtete Areion-Tochter Irika mit Deckhengst Adlerflug in Bad Harzburg zu paaren. Den Sprung hatten sie per Los gewonnen und brauchten damals nur 4500 statt 5500 Euro Decktaxe zu zahlen. Aus der Kombination ging Iquitos hervor, geboren in Evershorst 2012, benannt nach der peruanischen Stadt. „Ich hatte mal darüber gelesen. Außerdem mag ich geografische Namen“, erklärt Buhmann, der seine Mutter Erika als offizielle Züchterin eintrug. Ende 2013 verkauften die Buhmanns Iquitos als „Schnäppchen“ an eine Besitzergemeinschaft aus Köln. Der Galopper blieb aber in Langenhagen, nebenan auf der Bult, wo ihn Trainer Hans-Jürgen Gröschel seitdem betreut. Die Karriere schien schon vorbei, bevor sie richtig beginnen konnte. 2015 wäre Iquitos beinahe an einer Darmverschlingung gestorben und konnte nur durch eine Not-OP gerettet werden. Seitdem ist „Krümel“, wie er von den meisten ge­nannt wird, auf einem unaufhaltsamen Erfolgszug. Iquitos gewann mehrere Gruppe-Rennen, darunter den „Großen Preis von Baden“, er sicherte sich den Titel in der Champions-League 2016 und nahm am legendären Japan-Cup in Tokio teil. Nun also der „Arc“. Der Höhepunkt seiner Karriere.

„Wir brauchen ein schnelles Rennen“, weiß Buhmann, der am Sonntag mit seiner Frau nach Paris fliegen und auf der Bahn mitfiebern wird. Mutter Erika (feiert im November 95. Geburtstag) bleibt daheim und wird sich das Rennen auf Großbildleinwand auf der Neuen Bult während des Oktoberfest-Renntages anschauen.

Wie es danach mit Iquitos weitergeht, ist völlig offen. Weitere Rennen, eine weitere Saison, Verkauf ins Ausland oder alsbald eine zweite Karriere als Zucht-Hengst? Dann käme sogar Buhmann wieder ins Spiel. Gegen eine Iquitos-Rückkehr auf sein Gestüt hätte er nichts einzuwenden.

Von Simon Lange


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