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Andreasen (r.) hatte Grund zum Jubeln.

Andreasen (r.) hatte Grund zum Jubeln. © Sebastian Kahnert

Fußball

Hektisches Derby: Hecking hadert mit zwei Platzverweisen

Minutenlang redete Dieter Hecking nach dem Abpfiff auf Felix Brych ein. Aber das diente eher dem Frustabbau. Der VfL-Trainer fühlte sich ungerecht behandelt.

Hannover. er änderte ja nichts mehr - weder an den zwei Platzverweisen für den VfL Wolfsburg, noch am verpatzten Start in die Fußball-Bundesliga mit einer 0:2-Niederlage bei Hannover 96.

Der VfL-Trainer fühlte sich ungerecht behandelt. Dabei waren die Rote Karte für Maximilian Arnolds gestrecktes Bein (32.) und die Gelb-Rote für Timm Kloses Halten (52.) unstrittig. Hecking monierte nach dem emotionsgeladenen Niedersachsen-Derby dennoch: "Der Schiedsrichter hat mit der ersten Gelbe Karte für Klose die Hektik reingebracht."

Manager Klaus Allofs war mit der Leistung des Referees ebenfalls unzufrieden, kommentierte sie allerdings nicht und sagte den wohl entscheidenden Satz, der besonders Arnold und Klose galt: "Wir müssen schlauer spielen." Ohne Kopf verliere "man Spiele zu elft, zu zehnt oder zu neunt".

Der VfL-Geschäftsführer beklagte nach der Entscheidung durch Tore von Leon Andreasen (17.) und Szabolcs Huszti (84.): "Wir haben uns ihr Spiel aufzwingen lassen, das können sie gut." Gemeint war "das robuste Spiel, auch mit taktischen Fouls".

Attacken gegen den VfL-Spielmacher Diego führten zu drei Gelben Karten. "Die meisten Entscheidungen waren gegen uns", kommentierte der Brasilianer trotzdem. "Das ist nicht normal. Das hat das Spiel entschieden."

Tatsächlich lag es aber nicht an falschen Entscheidungen des Referees, sondern in erster Linie an der richtigen Taktik der Hannoveraner. Die erste Partie der neuen Saison demonstrierte erneut die Abhängigkeit der Wolfsburger von Diego. Wird der kleine Brasilianer ausgeschaltet, läuft in der VfL-Offensive fast nichts.

Vor allem aus dem defensiven Mittelfeld kommt beim VfL zu wenig Unterstützung. Hannovers starke Doppel-Sechs mit Leon Andreasen und Lars Stindl machte den Unterschied deutlich. Das Duo prägte die Partie.

Hannover glänzte zumindest bis zum zweiten Platzverweis mit schnellem Umschaltspiel. 96-Coach Mirko Slomka vermutete: "Wir haben ein bisschen Angst bekommen, dass wir mit zwei Mann mehr noch ein Tor kassieren." Bei den Lattentreffern von Ja-Cheol Koo (49.) und Marcel Schäfer (85.) hatte sein Team Glück.

Gleichwohl demonstrierten die Gastgeber nach der schwachen Rückrunde, dass die Rückkehr ins internationale Geschäft kein unrealistisches Ziel ist. Die Ambitionen der Hannoveraner unterstrich auch der nach dem Sieg verkündete Transfer des Innenverteidigers Marcelo. Der 26 Jahre alte Brasilianer vom PSV Eindhoven erhält einen Vertrag bis 2017 und soll die Abwehr weiter stärken.

Zugleich betonte 96-Boss Martin Kind erneut, dass der in England begehrte Stürmer Mame Diouf bleiben soll: "Es gibt kein Thema Diouf, das ist nur ein mediales." Der Verbleib des Senegalesen dürfte allerdings nur eine Frage des Preises sein.

dpa


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