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Basketball

Gochs begraben ihr „Baby“ UBC

Aus mit Ansage! Was die NP schon im April titelte, bestätigt sich jetzt: Das Projekt UBC Tigers ist Geschichte.

Hannover. Die Goch-Zwillinge Michael und Markus haben ihr „Baby“, wie sie es immer nannten, beerdigt. Die Geschäftsstelle in der Hainhölzer Straße ist schon geräumt. Mitarbeiter sind entlassen, die Spieler hatten ohnehin immer nur Saisonverträge. Kapitän Tobi Welzel ist schon in Recklinghausen untergekommen.

Auch die Liga ist über den Rückzug aus der Pro B informiert, hat aber noch nicht darauf reagiert. Im Spielplan der 2. Basketball-Liga Pro A und Pro B sind die Tigers noch geführt. Die Gochs hatten - trotz ihres Rückzugs als Hauptsponsor im April - für die Liga gemeldet und die Lizenzunterlagen ordnungsgemäß eingereicht. In der leisen Hoffnung, es würden sich doch noch Ersatz- Geldgeber finden. Oder, um den irren Plan, mit dem Team nach Berlin zu ziehen (NP berichtete), in die Tat umzusetzen.

Verworfen. Erledigt. Der UBC wird vom Spielbetrieb abgemeldet, stünde so als erster Absteiger fest. Allerdings wollen die Brüder das Teilnahmerecht ihres Teams an den Regionalligisten Itzehoe Eagles übertragen, selber aber die Spielberechtigung für die Regionalliga nicht wahrnehmen. Die zweite Liga will das bald absegnen. Die Hannover Korbjäger (Regionalliga) werden damit zur Nummer eins in der Stadt. Der Stammverein der Tigers mit der Cheerleader-Abteilung bleibt bestehen.

Zwölf Jahre überdauerte das ambitionierte UBC-Projekt. Nach der Gründung 2002 ging es steil bergauf. Fünf sportlichen Aufstiegen in Serie folgten zwei am grünen Tisch. Die Gochs waren 2009 in der zweiten Liga Pro A nur noch einen Schritt von der Bundesliga entfernt. Doch der UBC-Express geriet ins Stocken, zu wenig weitere Sponsoren, zu große und zu teure AWD-Hall. 2011 zog sich der UBC freiwillig in die Pro B zurück. Kratzte einmal am sportlichen Wiederaufstieg, verpasste einmal die Play-offs und schied zuletzt im März als Favorit in der ersten Runde aus. Schon vorher war klar, dass es dem Ende entgegenging. Einfacher Grund: die fehlende Perspektive. Keine vernünftigen Trainingshallen, keine passende Spielhalle.

Die Gochs haben seit mehr als zehn Jahren jeweils mehr als ein Einfamilien-Haus in den UBC gepumpt und hielten ihr Baby am Leben. Geld haben die erfolgreichen Geschäftsleute (Easydisplay, Xeo) immer noch genug. Gescheitert sind sie an den mangelhaften Rahmenbedingungen. Jetzt müssen sie ihren Traum begraben.


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