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Blick nach vorn: 78-Trainer Steven „Kiwi“ Bouajila setzt auf die Jugendarbeit. Er wird nur noch bei Bedarf selbst noch spielen.

Blick nach vorn: 78-Trainer Steven „Kiwi“ Bouajila setzt auf die Jugendarbeit. Er wird nur noch bei Bedarf selbst noch spielen.
© Petrow

Rugby-Bundesliga startet

Gerangel um die Spitze

Drei Teams aus Hannover starten in der Rugby-Bundesliga, die an diesem Wochenende startet. Germania List und Hannover 78 sind Mit-Favoriten um den Nord-Titel, für Aufsteiger SG SV Odin/VfR 06 Döhren geht es auf den ersten Blick um den Klassenerhalt – doch hohe Ziele hat auch der Liga-Neuling.

Hannover. Den Kampf um die Rugby-Nordost-Meisterschaft will Germania List diesmal für sich entscheiden. Zweimal waren die Germanen zuletzt Zweiter hinter RK 03 Berlin. „Wir wollen Erster werden, das ist die ganz klare Ansage. Die Mannschaft ist reifer und stabiler“, sagt Spartenleiter Christian Doering vor dem Saisonstart am Sonntag (15 Uhr) beim Hamburger RC.

Die Lister haben mit Tom Behrendt vom FC St. Pauli einen Nationalstürmer geholt und den Australier Jarrod Saul, der etliche Angebote hatte, für ein weiteres Jahr gehalten. „Alles andere als Platz eins käme einem Scheitern gleich“, sagt Coach Duaine Lindsay.

Bullige Stürmer sind im Norden Rugby-Deutschlands weiterhin rar. Meister Heidelberger RK und der TV Pforzheim haben viele Profis unter Vertrag, sind im Sturm klar überlegen und machen den Titel seit Jahren unter sich aus. Die Verpflichtung von Behrendt (26) ist daher ein Coup, der Hamburger kann auch in Reihe eins spielen. Zudem sind Michael Wilckens (zuletzt Victoria Linden), Ruben Pollakowski (von 78 zurück) und Martin Gerlach (RC Aachen) neu. Lindsays Vertrag läuft im nächsten Jahr aus, Gespräche soll es in der Winterpause geben.

Größte Kontrahenten der Germanen sind Hannover 78 und der RK 03. Bei 78 bilden Steven Bouajila und Benjamin Krause ein Trainergespann, Torsten Schippe ist als Sportdirektor verantwortlich. Am Sonnabend geht es um 14 Uhr zum RC Leipzig.

„Unser Ziel ist mindestens Platz zwei, um das Halbfinale zu erreichen. Spätestens in zwei Jahren wollen wir wieder Nordost-Meister sein“, sagt Bouajila. Auch 78 hat im Sturm nachgebessert, drei Engländer sind neu: Todd Johnson sowie Adam Barrass sind Kraftpakete, Kain Rix hat bereits für die Blau-Weißen gespielt, er beginnt ein Studium. Zudem stoßen Simon Krull (Göttingen) sowie die Nachwuchskräfte Lucas Herrmann und Johannes Dunker zum Kader. Bouajla (33), der wegen seiner neuseeländischen Wurzeln „Ki­wi“ gerufen wird, sagt: „Wichtig ist, die jungen Leute zu integrieren.“ Dabei kann Routinier Benjamin Simm helfen, der ein weiteres Jahr dranhängt. Siebener-Nationalspieler Phil Szczesny fällt wegen eines Schlüsselbeinbruchs aus, Pascal Fischer soll am Sonnabend in der zweiten Formation unter Coach Jannis Schax ein kurzes Comeback nach schwerem Knieschaden geben. Mit den Auswahlakteuren Szczesny/Fischer in Normalform ist 78 ein Kandidat für Rang eins. Kapitän bleibt Christopher Kopp, dessen Cousin Maximilian zur Neckarsulmer SU wechselt. Außerdem hat David Matamo den Club verlassen, er arbeitet in München.

Neuling SG SV Odin/VfR 06 Döhren ist jede Menge zuzutrauen. Im zehnten Jahr der Spielgemeinschaft haben beide Vereine viel getan und sind bemüht, professionellere Bedingungen zu schaffen. Dazu sind Fitnesscoach Thomas Schärfke und Physio Michael Brisken engagiert worden, der auch das Nationalteam betreut. „Wir wollen nicht absteigen, sondern uns vielmehr im oberen Drittel etablieren“, sagt VfR-Spartenleiter Peter zur Oven Krockhaus. Zwei Südafrikaner sind neu, zwei Fidschianer sollen kommen. Spielertrainer und DRV-Auswahlakteur Rafael Pyrasch hat viele Kontakte geknüpft, er ist mit Harald Lecht sportlich verantwortlich. Am Sonntag steht um 15 Uhr bei RC Berlin Grizz­lies die erste Aufgabe an.

Delaney du Plessis als Gedrängehalb und Stürmer Marcel Schalten sind jung und kommen zunächst für die Hinrunde aus Südafrika. Neu sind zudem Adam Klin (Germania), Robert Köhler (Göttingen) und Sebastian Schiller (Ravensburg). Mit Steffan Marin und Pawel Michai haben sich der SG zwei Rumänen angeschlossen, die vorerst nicht zum Startaufgebot zählen dürften. Dazu freut sich Pyrasch auf Justin Renc, der 17-Jährige sei mit 1,97 Meter „schon jetzt ein Kracher“, sagt er. Sobald er volljährig ist, darf er eingesetzt werden. Julian de Riva fällt mit Meniskusschaden länger aus. „Das tut uns weh“, sagt Pyrasch und fügt hinzu: „Die Saison wird lang und schwer. Wir werden uns stetig verbessern.“

Von Stefan Dinse


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