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Leichathletik-WM

Eike Onnen jubelt sich ins WM-Finale

Keine Experimente, nicht im wichtigsten Wettkampf des Jahres! Mit dieser Devise fuhr Eike Onnen am Freitag gut. „Die Umstellung auf einen neuen Anlauf hat nicht so geklappt, wie ich es mir vorgestellt hatte“, sagte der Hochspringer von Hannover 96, „deshalb bin ich hier zu meinem alten Anlauf zu­rückgekehrt.“ Damit qualifizierte er sich bei der Leichtathletik-WM in London fürs Finale.

London. Onnen sicherte sich als Zehnter einen Platz im Zwölferfeld, das Sonntag ab 20 Uhr um die Medaillen kämpft. Er begann unsicher mit Fehlversuchen über 2,17 und 2,22 Meter. Im richtigen Augenblick zeigte der Hannoveraner aber seinen besten Sprung: Er meisterte 2,29 Meter im ersten Versuch. Hätte er die Höhe nur einen Durchgang später überquert, hätte der 35-Jährige den Endkampf verpasst.

Das hätte üble Konsequenzen gehabt: „Vor dem Wettkampf hat man mir mitgeteilt, dass ich aus dem Bundeskader gestrichen werde, wenn ich nicht das Finale erreiche. Auf die finanzielle Unterstützung bin ich angewiesen. Sonst hätte ich mein Leben ganz schön umkrempeln müssen“, erzählte der Hannoveraner, „da ist die Erleichterung jetzt natürlich groß. Im Finale kann ich befreit aufspringen.“ Onnen, der Senior im Feld, hat noch zu viel Spaß am Sport, um aufzuhören. Er freut sich zudem über die geballte familiäre Unterstützung in London. Nicht nur seine Freundin und deren Eltern waren im Stadion dabei, auch Mutter und Trainerin Astrid Fredebold-Onnen sowie die Geschwister Lasse und Imke drückten die Daumen.

Für Onnen ist es dritte WM-Finale nach 2007 (Siebter) und 2015 (Zwölfter). Erstmals startet er nicht als EinzeIkämpfer für Deutschland: Auch Meister Mateusz Przybylko qualifizierte sich – mit starken 2,31 Meter. „Dass wir zu zweit im Finale stehen, ist richtig cool. Das hatten wir uns vorgenommen. Wir sind ja auch zusammen auf dem Zimmer“, sagte Onnen. Przybylko, genau zehn Jahre jünger, lobte den Zimmerkumpel: „Das ist stark von Eike. Vor allem in dem Alter. Da muss man sich ja richtig pflegen.“

Genau das hat der Hannoveraner vor: „Ich versuche ei­nen Termin beim Physiotherapeuten zu bekommen. Das ist nicht so leicht wegen der Quarantäne nach den Noro-Virus-Fällen. Ansonsten: auslaufen und Sonnabend erst mal ausschlafen.“ In der Ruhe vorm Wettkampf soll die Kraft liegen für einen Sprung über mindestens 2,30 Meter. „Die Höhe könnte zum sechsten Platz reichen“, so Onnen. Es wäre sein bestes WM-Resultat und ein Motivationsschub für ein weiteres Hochsprungjahr: „Mein Ziel für 2018 ist die EM in Berlin.“

Von Manuel Becker und Carsten Schmidt


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