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© Rainer Jensen

Radrennen

Die neue Nacht von Hannover

Nicht nur der Name des Radspektakels „Nacht von Hannover“ kommt hannöversch daher, denn eines unserer Top-Talente will im Eliterennen vorne mitmischen. Der Junioren-Weltmeister von 2014, Jonas Bokeloh, hofft auf einen Platz unter den besten zehn. Schade: Das zweite Hannover-Talent Leo Appelt wird wegen eines Trainingsunfalls möglicherweise absagen müssen.

Hannover. Bokeloh erinnert sich gern an die „Nacht“. 2008, mit zwölf Jahren, startete er beim Anfängerrennen, 2011 dann nochmal bei der Jugend. Und in diesem Jahr, bei der Neuauflage des Radspektakels, darf der 20-Jährige in der Eliteklasse gegen Stars wie Topsprinter André Greipel ran. „Mit den Profis ist das nochmal eine andere Hausnummer“, sagt der Junioren-Weltmeister von 2014, aber mal gucken, wie die Rennsituation so ist, ob ich die Profis mal überraschen kann.“

Bokeloh ist jung, schnell, selbstbewusst. Auf der Hannover-Strecke am Neuen Rathaus mit Höchstgeschwindigkeiten bis zu 60 Stundenkilometer. „Die Top 10 wären schon super“, formuliert Bokeloh sein Ziel. Mit den Fans aus Hannover im Rücken kann das klappen, denn die werden ihn wohl besonders nach vorne brüllen. Schließlich wohnt er in Hannover und startet er für den Hannoverschen Radsport-Club. Ein Lokalmatador also. Und die fünf großen Radclubs aus Hannover
sind in eigenen Fanbereichen ganz nah an der Strecke.

„Es ist schön, dass so ein großer Event hier in meiner Heimatstadt ist“, freut sich Bokeloh und will seinen Heimvorteil nutzen, „ich habe ja die Möglichkeit, die Strecke einmal schön abzulaufen, mir das alles vorher nochmal anzugucken, wo Gullys sind und wie breit die Kurven.“

Auch die Kurventechnik wird entscheidend sein, ob es was wird mit der Topplatzierung in der Heimat: „Da wird das Rennen entschieden. Man muss möglichst weit vorne fahren, in den Kurven hat es einen schönen Ziehharmonikaeffekt.“ Das ist anstrengend – nicht nur für die Beine, auch für den Kopf: „Bei den Geschwindigkeiten muss man ja immer gucken, wann die nächste Kurve kommt.“

Vielleicht kann Bokeloh überraschen. Ein Duell gegen Topstar Greipel wäre ein Radfahrer-Traum. Da, wo der Super-Sprinter schon ist, will Bokeloh hin: „So richtig Profi bin ich ja noch nicht. Aber hoffentlich fahre ich mal die Tour de France. So drei Jahre brauche ich noch, aber dann könnte es klappen!“


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