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Zusammenarbeit statt Konfrontation: Michael Bartels, Jörg Deike (beide White Sharks), Bernd Seidensticker und Karsten Seehafer (beide Waspo 98) haben eine Vereinbarung mit auf den Weg gebracht, die den Bundesstützpunkt Wasserball in Hannover voranbringen soll.

Zusammenarbeit statt Konfrontation: Michael Bartels, Jörg Deike (beide White Sharks), Bernd Seidensticker und Karsten Seehafer (beide Waspo 98) haben eine Vereinbarung mit auf den Weg gebracht, die den Bundesstützpunkt Wasserball in Hannover voranbringen soll.
© Petrow

Wasserball

Der Handschlag von Hannover

Die Bundesligisten Waspo 98 und White Sharks arbeiten zusammen – damit ihre Sportart in Deutschland vorankommt

Hannover. Das Podium war voll – dem „historischen Anlass“angemessen, wie es Reinhard Rawe, der Vorstandsvorsitzende des Landessportbundes Niedersachsen (LSB), nannte. Am Dienstag wurde eine Kooperationsvereinbarung zum Bundesstützpunkt Wasserball unterzeichnet, in die auch die hiesigen Bundesligisten Waspo 98 und White Sharks einbezogen sind. Deshalb setzten außer Rawe auch die Clubvertreter Bernd Seidensticker, Karsten Seehafer (beide Waspo 98), Jörg Deike, Michael Bartels (beide White Sharks), Ilka Seidel als Leiterin des Olympiastützes (OSP) Niedersachsen und Heike Rudolph, Leiterin des Fachbereiches Sport und Bäder bei der Stadt Hannover, ihre Unterschriften unter die diversen Papiere, die die Zukunft des hiesigen Wasserballs auf Topniveau sichern und zugleich die Sportart national voranbringen sollen.

„Ich möchte allen Beteiligten danken“, sagte Rawe und erwähnte, dass eine entsprechende Vereinbarung vor einem halben Jahr kaum vorstellbar gewesen war. Vorgesehen sind jetzt gemeinsame Trainingseinheiten der Topsportler beider Bundesligisten sowie ein wöchentliches Trainingsspiel, wenn es der jeweilige Teamfahrplan erlaubt. Damit wird sichergestellt, dass sich die Talente aus den Reihen der White Sharks Tricks und Kniffe bei den international mit allen Wassern gewaschenen Waspo-Profis aus nächster Nähe abschauen können.

Diese Entwicklung ist bemerkenswert, weil es gerade auf Clubebene in Hannover Animositäten gab. Die White Sharks waren 2009 als Abspaltung der Jugendsparte von Waspo 98 entstanden. Das damalige Nachwuchs-Trainerteam um Bartels fühlte dort nicht mehr die entsprechende Wertschätzung für seine Arbeit. Die White Sharks haben sich in acht selbstständigen Jahren mit 15 deutschen Meistertiteln im Jugendbereich zum Garanten des hiesigen Bundes-Nachwuchsstützpunktes gemausert, wie es die Clubverantwortlichen mit einigem Stolz betonen.

Der Talentschuppen der White Sharks sieht sich als Amateure im Gegensatz zum Profiteam Waspo 98. „Wir brauchen die ausländischen Spieler, um in der Champions League bestehen zu können“, sagte Waspo-Präsident Seidensticker. „Wir möchten dann aber auch sicher sein, dass sie die bestmöglichen Bedingungen in Hannover nutzen können.“ Diese Voraussetzungen gibt es in der Schwimmhalle am Olympiastützpunkt. Und Rudolph als Vertreterin der Landeshauptstadt sicherte zu, dass die Vergabe der Trainingszeiten zu aller Zufriedenheit geregelt worden sei. Für diese Aussage erntete sie auf dem Podium keinen Widerspruch der Clubverantwortlichen.

Die sportliche Zusammenarbeit der White Sharks und Waspo 98 soll zu einer Renaissance der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft führen. Die Auswahl, 1981 und 1989 Europameister, ist mittlerweile zweitklassig. Die Verantwortlichen im Deutschen Schwimm-Verband haben erkannt, dass nur eine Bündelung der Kräfte wie in Hannover zu diesem Ziel führen kann.

Zu diesem Konzept gehört auch, dass White-Sharks-Talente die Perspektive erhalten, sich für ein Champions-League-Team am Ort empfehlen zu können und nicht nach Berlin oder Duisburg zu wechseln brauchen. Doch klar ist auch: Beide Clubs bleiben mit eigenen Teams in der Bundesliga – und peilen dort den für sie maximalen Erfolg an. Das wäre ein Erreichen des Halbfinales für die White Sharks – und für Waspo 98 der erste nationale Titelgewinn seit 1993.

Von Carsten Schmidt


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