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Motivator in Uniform:  Die Helfer der Bundeswehr begleiten die jungen Athleten ins Ziel.

Motivator in Uniform: Die Helfer der Bundeswehr begleiten die jungen Athleten ins Ziel.
© Team zur Nieden

Sportivationstag

1000 behinderte Kinder kämpfen um Medaillen

Mehr als 1000 Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung zeigen Spitzenleistungen beim 13. Sportivationstag.

Hannover. Schöner kann man dieses Ereignis nicht zusammenfassen. „Jeder geht mit einem Lächeln und einer positiven Empfindung vom Gelände“, sagte Udo Schulz. Nun, der 52-Jährige ist Mitbegründer und -organisator des Sportivationstages vom Behinderten-Sportverband Niedersachsen, und Aussagen von Offiziellen muss man genau abwägen. Aber Schulz hat kein bisschen übertrieben. Es ist einfach schön, in so viele glückliche und zufriedene Gesichter zu schauen. Nicht nur bei den mehr als 1000 Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung, sondern auch bei den Pflegern, Betreuern Pädagogen, den unzähligen Helfern und eben den Organisatoren.

Jeder noch so kleine Erfolg wird enthusiastisch gefeiert. Es kommt beim Weitsprung etwa gar nicht auf große Weiten an, auch ein noch so kleiner Satz – und wenn er nur 30 Zentimeter weit ist - wird bejubelt. Manchmal muss auch ein Betreuer mitlaufen und -springen. Ein Zwei-Meter-Wurf ist genauso viel wert wie einer über 35 Meter. Der Freude über das Erreichte tut das keinen Abbruch. Es wird sofort abgeklatscht mit den anderen Sportlern und den Begleitern, auch mit den Wertungsrichtern. Es freuen sich einfach alle. Es ist eine Freude, die von Herzen kommt.

Die Helfer, ob nun Schüler, Auszubildende, Soldaten, Polizisten oder Ehrenamtliche sind mit großer Geduld dabei, spornen die jungen Sportler immer wieder an, klatschen lautstark Beifall und unterstützen sie, wo sie nur können. Einige der Soldaten etwa, in voller Montur mit langen Hosen und Hemden, mit Springerstiefel und Mützen dabei, lassen es sich nicht nehmen, die jungen Läufer auf der 50-Meter-Sprintstrecke zu begleiten, ihnen Mut zu machen. Dass sie immer knapp hinter den Jungs und Mädchen ins Ziel kommen, sorgt für zusätzlichen Ansporn. Schulz hat noch einen anderen Nebeneffekt erkannt. „Einige der besonders verhaltensauffälligen Kinder werden erheblich ruhiger in der Nähe der Soldaten. Sie scheinen Respekt vor den Uniformen zu haben“, sagt er schmunzelnd.

Das besonders Schöne an diesem Sportivationstag im Erika-Fisch-Stadion aber ist, das wirklich für jeden behinderten Sportler etwas dabei ist. Auch die, die nicht laufen, springen oder werfen können, finden ein großes Angebot. Es gibt Geschicklichkeitsparcours und Rennen für Rolli-Fahrer, einen Stand, an dem man Gegenstände fühlen, riechen oder ertasten kann – und ein buntes Rahmenprogramm: Schminkstation, Riesenpuzzle, Basketballkorb-werfen, Kugelwelten, und, und, und. Und wem die Sonne zu sehr zusetzte, konnte sich im Entspannungszelt zurückziehen.

Bei allem Spaß lief alles super geordnet ab. Ein bisschen wuseliger und und unübersichtlicher wurde es lediglich bei der Siegerehrung, weil sich 777 junge Sportler über ihr Sportabzeichen oder das Leichtathletik-Mehrkampfabzeichen freuten und ihre Medaille am liebsten sofort entgegengenommen hätten.

„Es ist einfach herrlich, diese vielen glücklichen Kinder zu sehen“, sagte Schulz. Es ist der 13. Sportivationstag in Hannover, und Schulz war wie Katharina Schaper und Peter Lenz, die in ehrenamtlicher Arbeit die Organisationsfäden in der Hand haben, vom ersten Tag an dabei. „Es werden immer mehr Teilnehmer“, sagte Schulz. „Das spricht für unser Konzept.“ Dem kann man nicht widersprechen.

Von Jörg Grußendorf


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