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Kennt keine Gnade – vor allem nicht mit dem Gegner: Scorpions-Trainer Zach.© zur Nieden

Hannover Scorpions

Zach watscht nach Scorpions-Sieg Panther-Coach ab

Dem Auftaktsieg im DEL-Finale folgte die Belehrung. Hannovers Trainer-Altmeister Zach erläutert Augsburgs Coach Mitchell, wie man in den Playoffs mit den Kräften haushaltet. Beim zweiten Spiel am Freitag in Augsburg erwartet Zach einen harten Kampf.

Hannover. Erst besiegt und dann auch noch belehrt. Nach dem 1:3 zum Auftakt des DEL-Finales in Hannover ist Augsburgs Coach Larry Mitchell mit einer kostenlosen Eishockey-Nachhilfestunde auf die lange Heimfahrt geschickt worden. Als die offiziellen Nettigkeiten bei der Pressekonferenz und in den TV-Interviews erledigt waren, watschte Trainer-Altmeister Hans Zach den aufstrebenden Mitchell verbal ab. „Wir sind nicht tiefer besetzt, wir spielen nur konsequent mit vier Reihen“, bellte Zach nach dem ersten von drei notwendigen Siegen gegen die Augsburger Panther um die deutsche Meisterschaft.

Der 61-Jährige, seit jeher ein Förderer junger deutscher Spieler, hatte es als taktischen Fehler Mitchells ausgemacht, dessen deutsche Akteure Chris Heid, Ulrich Maurer und Michael Kreitl nur sporadisch aufs Eis zu schicken. „Wenn die Leute bei denen auf der Bank sitzen, können sie keine Punkte machen“, erläuterte Zach und setzte dabei seinen typisch stechenden Blick auf, der keinen Widerspruch duldet. Bei Zachs Scorpions überzeugte die vierte Sturmreihe und steuerte durch Martin Hlinkas 2:0 (51. Minute) auch das vorentscheidende Tor bei. „Das war schon wichtig“, bekannte Hannovers Stürmer Klaus Kathan und lobte Zachs Konsequenz: „Er weiß halt, um was es geht. Das kann schon entscheidend sein.“ Auch Hannovers Abwehrhaudegen Sascha Goc sah in dem kräfteschonenden Spielereinsatz einen Vorteil: „Wenn du in den Playoffs gewinnen willst, brauchst du vier starke Reihen.“

Zeit genug zum Nachdenken hatten Mitchell und seine Panther, für die es direkt im Anschluss über Nacht im Bus zurück nach Augsburg ging. „Unser größter Gegner ist immer die lange Reise“, sagte der 42 Jahre alte Panther-Coach, der seine Spieler am Mittwochmittag zum auslaufen und zur anschließenden Spielanalyse bat. Nach dem Match hielt sich Mitchell noch an Understatement: „Wir wissen, dass die Aufgabe sehr, sehr schwierig wird. Wir wollen alles tun und daran setzen, dass wir vielleicht nochmals das Unmögliche möglich machen.“

Doch Zach ließ sich davon nicht beeindrucken. „Es steht 1:0 in der Serie, aber es ist noch lange nichts entschieden“, sagte Hannovers am Saisonende scheidender Coach, der am Freitag (19.30 Uhr/Sky) in der ausverkauften alt-ehrwürdigen Curt-Frenzel-Halle einen harten Kampf erwartet. „Da brauchen wir Disziplin und starke Nerven. Die werden volle Pulle kommen.“ Doch als stärkstes Auswärtsteam der Liga wollen seine Spieler bereits die Vorentscheidung. Mit einem Sieg könnten die Scorpions bereits am Sonntag in Hannover den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte feiern. „Möglich ist das sicher“, sagte Kathan.


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