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© Florian Petrow

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NP Interview

Wedemark: „Es wurde in den Sand gesetzt“

Drei Niederlagen in Serie. Sollten die Wedemark Scorpions Freitag (20 Uhr) ihr Heimspiel gegen die Hannover Indians verlieren, ist die Saison vorbei. Trainer Friedhelm Bögelsack (59) glaubt noch ein bisschen an die Wende.

Hannover. Eine knappe Niederlage nach Verlängerung, zweimal deutlich verloren - wie bewerten Sie die ersten drei Play-off-Spiele gegen die Indians?

Wenn wir uns in den ersten beiden Spielen (2:8 und 3:4, d. Red.) cleverer verhalten hätten, wäre mehr drin gewesen. Im dritten Spiel hat man gemerkt, dass wir Defizite im physischen Bereich haben. Dazu fehlen uns noch zwei kreative Mittelstürmer und zwei gestandene Verteidiger. Das ist der Unterschied zwischen den Top-Mannschaften und uns.

Was erwarten Sie vom vierten Spiel am Freitag?

Zunächst einmal habe ich mich bei den Jungs bedankt. Die stehen am Tag nach dem Spiel um sechs auf, um zur Arbeit zu gehen. Das merkt man, sie kommen mental an ihre Grenzen. Wir können jetzt zwei Tage regenerieren und den Kopf frei kriegen. Ich glaube, dass wir noch einmal angreifen können. Wir wollen mit einem Sieg noch ein Spiel am Pferdeturm erzwingen.

Und am Ende die Serie noch drehen?

Im Eishockey ist alles möglich, das hat es alles schon gegeben. Mit einem Sieg kann sich eine gewisse Euphorie entwickeln. Gerade in den ersten beiden Spielen haben wir gemerkt: Wir können es. Wenn wir uns an unser System halten - das heißt: einfach spielen -, haben wir eine Chance.

Acht Derbys haben Sie schon während der Saison gespielt. Jetzt gleich zum Play-off-Beginn eine Serie gegen einen Lokalrivalen. Werden die ständigen Derbys nicht langweilig?

Nein, finde ich nicht. Uns konnte nichts Besseres passieren. Die Jungs sind wahnsinnig motiviert. Wenn du vor 3000 Leuten spielst, pusht dich das. Auch, wenn alle gegen dich sind. Vor so einer Kulisse zu spielen, hat natürlich auch einen Lerneffekt. Gerade für eine junge Mannschaft wie uns.

Verträgt denn eine Stadt wie Hannover drei Teams?

In einer Weltstadt wie Berlin geht so etwas natürlich. Hier ist das schwierig. Nachwuchs, Sponsoren - das gräbt einer dem anderen ab. Ich habe schon vor 15 Jahren gefragt, warum man nicht eine gemeinsame Sprache spricht. Aber das kriegt man nicht rein.

Wie hätte das aussehen können?

Man hätte eine Mannschaft in der Oberliga als Unterbau für ein Profi-Team in der DEL haben können. Die Möglichkeit dazu hätte man gehabt, aber es wurde in den Sand gesetzt. Wenn man die Chance genutzt hätte, würden wir in Hannover im Eishockey super dastehen. Da hätte man junge Leute von unten nach oben ziehen können. Wenn es nur einer pro Saison geschafft hätte, wäre das ein großer Erfolg gewesen.

Wird sich das noch einmal ändern?

Ich glaube nicht. Wir haben ja zuletzt eine Kooperation mit den Indians versucht und wurden bitter enttäuscht. Bei denen arbeitet mit Hardy Bremer ein Trainer seit 25 Jahren mit dem Nachwuchs - und es kommt nichts dabei raus. Ich bin froh, dass ich über den Kontakt zu Jochen Haselbacher zu den Scorpions gekommen bin. Hier ist kontinuierliches Arbeiten möglich. Das macht richtig Spaß, so sollte es sein.

Zur nächsten Saison soll die Oberliga erneut reformiert werden. Hilft das?

Ziel muss immer sein, das Eishockey weiter zu fördern. Ständig gehen Vereine pleite. Da muss man einfach aufpassen.

Was erhoffen Sie sich für Ihr Team in der kommenden Saison?

Dass wir mit einer guten vierten Reihe an den Start gehen. Unsere Nachwuchsarbeit kommt nächstes Jahr erst richtig zum Tragen. Wir haben mit Bastian Schirrmacher, Jannis Bahr, Noah Janisch und meinem Sohn Max vielversprechende Talente. Ob sie die Einsätze gleich von Anfang an kriegen, muss sich zeigen.


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