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STARKER VERTEIDIGER: Hier klärt Niki Goc (hinten) während dem WM-Eröffnungsspiel gegen den Amerikaner TJ Oshie.

NP-Interview mit Niki Goc

"Jetzt wollen wir auch eine Medaille"

Scorpions- und National-Verteidiger Niki Goc (23) über die letzten Sekunden gegen die Schweiz, die Nacht danach und den WM-Halbfinal-Gegner Russland.

VON SIMON LANGE

Niki Goc, mit den Scorpions bis ins Finale und Meister, jetzt bei der WM bis zum Schluss dabei. Ihr Urlaub wird immer kürzer.

(lacht) Ich habe so viel erreicht. Das ist mir ziemlich wurscht, dass der Urlaub dieses Jahr kürzer ausfällt.

Haben Sie schon realisiert, was Sie erreicht haben?

So langsam kommts. Am Donnerstag nach dem Spiel habe ich noch gar nichts realisiert. Das kommt jetzt erst, wenn man die Zeitungen liest und von vielen beglückwünscht wird. Wir haben es verdient, so wie wir die letzten Spiele aufgetreten sind.

Wie haben Sie die letzten Momente gegen die Schweiz erlebt?

Das war nervenaufreibend auf der Bank. Es war ja ziemlich knapp, man zittert mit. Die Anspannung war brutal. Dann wars um und alle sind aufs Eis. Der Teppich lag schon draußen. Dann ließen die Schiris plötzlich noch ein Sekunde wiederholen. Ich war erleichtert, als es endlich vorbei war.

Dann kam die Schlägerei.

Ein Schweizer hatte nach dem Bully noch aufs Tor geschossen, obwohl die Zeit abgelaufen war. Das macht man nicht. Dann kams zur Kettenreaktion. Ich habe versucht, meine Mitspieler da rauszuziehen.

Konnten Sie überhaupt schlafen?

Bis vier Uhr war ich wach, ich war ziemlich aufgedreht, aber wir konnten ausschlafen und sind dann ganz entspannt zurück nach Köln gefahren. Am Abend hatten wir noch mit dem Team zusammen gesessen. Ich habe überall ein breites Grinsen gesehen, egal in welches Gesicht ich geschaut habe.

Jetzt gehts gegen Russland im Halbfinale. Beim 2:3 in der Zwischenrunde hatten Sie sie fast gepackt?

Ja, das hat man schon am Schussverhältnis von 34:36 gesehen. Ich glaube, dass die Russen jetzt noch härter kommen werden. Bammel werden die nicht haben, aber wir haben uns im ersten Spiel deren Respekt erkämpft. Sie werden uns nicht unterschätzen. Aber wir werden Vollgas geben.

Was geht denn noch?

Wir sind hier, um jedes Spiel zu gewinnen. Jetzt wollen wir auch eine Medaille, wenn wir schon soweit gekommen sind.

Was macht das Team so stark?

Wir versuchen, nicht viel rumzuspielen. Immer geradlinig. Ein, zwei Pässe, hinten gut stehen. Den Gegner immer weg vom Tor halten. So wie die Schweiz. Da haben wir zu Null gespielt. Gegen Russland haben wir nur drei Tore zugelassen. Wir haben eine Supertruppe, es macht riesig Spaß. Wir kämpfen um jede Scheibe und um jeden Zentimeter Eis. Einfach genial.

Das war nicht immer so in der Vergangenheit.

Jetzt haben wir auch mal das Glück, dass es läuft. Dann gibt man automatisch nochmal zehn Prozent mehr.

Wie wichtig ist der Heimvorteil?

Sehr wichtig, das treibt uns nach vorn. Die Stimmung ist immer brutal. Erst auf Schalke, in Köln und am Donnerstag auch in Mannheim.

Sie spielen eine starke WM. Wie groß ist Ihr Anteil am Erfolg?

Die ersten Spiele habe ich relativ viel Eiszeit gehabt. Die letzten Spiele nicht mehr ganz so viel. Aber ich gebe immer Vollgas, 100 Prozent. Ich denke, dass ich mich ganz gut mache, sonst würde ich auch nicht spielen.

Sieg-Torschütze Philip Gogulla sagt, es sei die geilste Mannschaft, in der er je gespielt habe. Gilt das für Sie auch?

Die Scorpions sind genauso eine Super-Mannschaft. Erst Meister, jetzt diese WM, das ist unglaublich, das erlebt man nur einmal im Leben. Beide Erfolge sind bedeutend. Aber das hier ist Geschichte, und das zählt vielleicht einen Tick mehr, wenn wir eine Medaille holen.


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