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Am Montag trainierten die Scorpions schon wieder Torschüsse.© Petrow

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DEL

Hannovers Scorpions: Raus aus der DEL?

Es ist wie jedes Frühjahr: Die Fans der Hannover Scorpions müssen mal wieder um ihr Team bangen. Günter Papenburg, Eigentümer des Eishockey-Klubs, spielt mit dem Gedanken, sich der DEL-Lizenz zu entledigen und baut eine Drohkulisse auf (NP berichtete). Macht er diesmal ernst?

Hannover. Grünes Licht bekam Papenburg am Montag vom gemeinsamen Aufsichtsrat der Arena und der Scorpions, der dem Gesellschafter Papenburg empfiehlt, „Gedanken- und Verhandlungsprozesse nicht auszuschließen, die eine sportliche Zukunft des Teams außerhalb der DEL und gegebenenfalls auch außerhalb der TUI-Arena bedeuten würden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Als Grund wird der 58-Millionen-Euro-Bau zweier neuer Hallen auf dem Messegelände unweit der TUI-Arena angeführt. Geplant von der Messe AG, eine Tochter der Stadt Hannover. Die Arena-Leute sehen darin „eine weitere Verschärfung des heute schon vorhandenen Überangebots an Veranstaltungshallen in Hannover“. Die Messe betont jedoch, dass es sich bei den Neubauten nicht um Multifunktionshallen für Konzerte und Sportveranstaltungen handelt, sondern sie nur Messeansprüchen dienen sollen. Die nach Ansicht von Geschäftsführer Peter Heintel allerdings in der TUI-Arena befriedigt werden könnten. Nur billiger.

Der Arena/Scorpions-Fraktion geht es ums Prinzip: Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff teilte kürzlich in einem Gespräch Papenburg und Sportdirektor Marco Stichnoth mit, dass die Stadt an einer Zusammenarbeit „nicht interessiert“ sei, trotz Zusagen aus dem Jahr 2010.

„Da heißt es, Konsequenzen zu ziehen“, sagt Stichnoth. Papenburg will sich die ewig defizitären Scorpions nicht mehr antun. Drei Optionen liegen auf dem Tisch: Ein weiteres Jahr in der DEL, mit erneut abgespecktem Etat, Abgabe der DEL-Lizenz an die gierig-interessierten Zweitligisten Bietigheim oder Schwenningen, um selber in der zweiten Liga zu starten - womöglich ohne Papenburgs Verantwortung. Ausweichquartiere? Die Soccio-Hall in Langenhagen und das alte Icehouse in der Wedemark - aber bestimmt nicht der Pferdeturm. Bis zum 24. Mai bleibt Zeit, die Unterlagen einzureichen oder die Lizenz zu verkaufen und das Startrecht für die zweite Liga zu erwerben. Wobei noch völlig unklar ist, wie die Struktur der Klasse beschaffen sein wird.

Dritte Variante, allerdings keine kurzfristige: Papenburg lässt den Einstieg eines russischen Investors zu - der nur ein Ziel verfolgen würde: die Scorpions in der KHL spielen zu sehen. 20 russische Vereine sowie je ein Klub aus Tschechien, Lettland, Weißrussland, Kasachstan, der Slowakei und der Ukraine treten bereits in der vom Kreml unterstützen Kontinental-Hockey-League an. Vereine aus Italien und Kroatien sollen folgen, ebenso aus Ost-Asien. Auch deutsche Klubs stehen auf der Wunschliste der Russen. Offenbar auch die Scorpions - mit Aussicht auf abenteuerlich lange Auswärtsreisen.

Einen russischen Trainer hätten sie in Igor Pavlov ja bereits - darüber hinaus allerdings nichts. Für die kommende Saison hat der Verein noch nicht eine Personalie publik gemacht, auch wenn man sich mit Spielern schon einig ist.


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