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Klaus Timaeus, Leiter des Büros des Oberbürgermeisters, will die Stadt mit Flaggen der Hannover Scorpions behängen.© Petrow

Eishockey

Hannover zeigt Flagge für die Scorpions

Die Fanartikel werden immer gefragter, die Stadt will ganz offiziell Flagge für die Hannover Scorpions zeigen, selbst einige Fans vom Lokalrivalen Indians gratulieren - das neue Scorpions-Gefühl in Hannover.

Von Christian Bohnenkamp und Constanze Wüstefeld

HANNOVER. Schwarz, weiß und grün flattern die Flaggen von Hannover 96 vor dem Rathaus im frischen April-Wind. Sie sollen ein Zeichen dafür sein, dass die ganze Stadt mit ihrem abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten zittert. Eine Fahne von den Hannover Scorpions, die mit sensationellen Leistungen den Einzug in das Finale der Deutschen Eishockey-Liga schafften und jetzt nach dem Siegerpokal greifen wollen, sucht man dort vergeblich. Noch. Denn geht es nach Klaus Timaeus, dem Leiter des Büros des Oberbürgermeisters sowie des Fachbereichs Sport- und Eventmanagement der Stadt, sollen dort schon bald auch die Farben des Eishockey-Erstligisten wehen. „Ich werde mich dafür einsetzen. Die Scorpions haben in den letzten Jahren tolle Arbeit geleistet und sich den Einzug ins Finale absolut verdient. Wir fiebern mit ihnen“, sagt Timaeus.

Aber längst nicht alle in der Stadt sind so euphorisch wie er. „Uns sind die Scorpions bekannt, große Fans sind wir aber nicht. Meine Frau liest jeden Tag die Zeitung, so wissen wir, wie sie gerade gespielt haben. Das reicht uns“, sagt Marius Heyd (47). Er wird wohl kaum bei einem der Finalspiele vorbeischauen. Zumindest Hans-Jürgen Panse (72) kann das nicht verstehen: „Das ist doch total spannend, jetzt, wo die im Finale stehen.“ Für den Rentner ist der Erfolg der Scorpions genauso wichtig wie der Klassenerhalt von 96.

Das scheinen auch andere so zu sehen. Angesichts des aktuellen sportlichen Erfolgs schwappt eine zarte Welle der Scorpions-Euphorie durch Hannover und das Umland. „Die Nachfrage nach Fanartikeln ist deutlich gestiegen. Bei den Schals haben wir sogar schon Engpässe“, sagt Michael Herrbold (39) aus der Sportabteilung von Galeria Kaufhof am Ernst-August-Platz. Bei Indra Neujahr, die in ihrem Kiosk und Backshop in Uetze auch Scorpions-Fanartikel verkauft, werden ebenfalls mehr Schals und Trikots nachgefragt. „Viele wollen sich noch schnell für das Finale eindecken“, sagt die 29-Jährige, die glaubt, dass der Gewinn der Meisterschaft enorm wichtig für den Verein ist: „Dann würde das Interesse auch während der Saison sicher zunehmen.“

Nicht vergessen haben sie ihre Scorpions auch in der Wedemark, der ehemaligen Heimat des Eishockeyklubs. In der Saison 2003/2004 machten diese ihr letztes Spiel im Mellendorfer Ice-House. „Natürlich fehlt uns die Mannschaft hier sehr. Aber mein Herz schlägt weiterhin total für die Scorpions. Für den Verein war der Wechsel in die TUI-Arena ein unvermeidlicher Schritt, um Sponsoren halten und gewinnen zu können“, sagt Hans-Jürgen Schwuchan (53), seit 1997 Eismeister im Mellendorfer Ice-House.

So wie viele in der Wedemark will er den Scorpions in den Finalspielen so fest wie möglich beide Daumen drücken: „Die Identifikation mit dem Klub ist hier nach wie vor enorm.“


Scorpions nach Zittersieg im DEL-Finale Sascha Goc hat die Hannover Scorpions zum ersten Mal in ihrer Geschichte ins Finale um die deutsche Eishockey- Meisterschaft geschossen. Der Verteidiger erzielte am Dienstagabend in der zweiten Minute der Verlängerung das entscheidende Tor zum 5:4 (1:2, 2:2, 1:0) im dritten Halbfinale gegen den ERC Ingolstadt. mehr
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