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Die Hannover Scorpions wollen wieder vor mehr Zuschauern jubeln.

Öffentliches Training

Hannover Scorpions wehren sich gegen Besucherschwund

Der Zuschauerrückgang bei den Hannover Scorpions ist dramatisch, doch der Verein will dem nicht tatenlos zusehen.

Von Tim Burchardt

Hannover. Wundern Sie sich nicht, wenn demnächst mal Scorpions-Kapitän Tino Boos auf dem Laufband neben Ihnen joggt. Wenn sie ihn dann noch nach Trainingstipps oder einem Autogramm fragen – keine Scheu, er wird ihnen weiterhelfen.

Ganz selbstlos ist die Aktion des 34-Jährigen nicht, denn der DEL-Verein stemmt sich mit allen Mitteln gegen den massiven Zuschauerrückgang in dieser Saison. Bislang kamen 2200 Besucher pro Spiel weniger als im Vorjahr. Seit gestern gibts deshalb eine Kooperation mit dem Spa- und Sport-Club Aspria am Südufer des Maschsees. Die Profis bereiten sich an ihren freien Tagen dort in mondäner Umgebung auf die Spiele vor – an einem Ort, der laut Verteidiger Niki Mondt „keine Wünsche offen lässt“. Für Trainer Hans Zach ist sogar „manchmal auch was fürs Auge dabei“. Die Aspria-Mitglieder werden im Gegenzug zu einigen DEL-Spielen in die TUI-Arena eingeladen.

Auch nett gedacht für die Fans: Die meisten Trainingseinheiten der Scorpions finden künftig im „Lenny Soccio Ice & Event Center“ statt und sind im Gegensatz zu den Übungsstunden in der TUI-Arena öffentlich.

Doch auch andere Vereine haben den Ernst der Lage erkannt und wollen, teilweise persönlich, die Fans wieder in die Hallen holen.
So überraschte Kölns verletzter Center Christoph Ullmann die Haie-Fans am Telefon: „Ich habe ehemalige Dauerkartenbesitzer gefragt, ob sie nicht wieder zu uns kommen wollen.“ Nachdem er ihnen „die Bedeutung des Fans“ erklärt hatte, ließen sich erstaunlich viele überzeugen. Kulinarisch macht es Ingolstadt: Die ERC-Spieler stellten sich in die Küche und kochten für 120 Fans ein Drei-Gänge-Menü.
Auch die Kassel Huskies verköstigen ihre Zuschauer – wenn auch nicht selbst.#Sie bieten den Fans vor jedem Auswärtsspiel an, im selben Hotel mit ihnen zu brunchen.

Vollkommen überrascht war ein Anhänger der Düsseldorfer EG. „Es hat geklingelt, und plötzlich stand Patrick Reimer vor der Tür.“ Der Verteidiger hatte sich wie auch viele Mitspieler ins Auto geschwungen und die bestellte Dauerkarte mal eben persönlich vorbeigebracht.


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