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AUS LANGENHAGEN: Bei den Hannover Scorpions läuft es sportlich nicht rund. Es gab erst drei Saisonsiege.

AUS LANGENHAGEN: Bei den Hannover Scorpions läuft es sportlich nicht rund. Es gab erst drei Saisonsiege.© Sielski

Eishockey

Fusion! Scorpions jubeln bald zusammen

Es wächst wieder zusammen, was zusammengehört. Die Eishockey-Oberligisten Hannover Scorpions und ESC Wedemark Scorpions planen ihre Fusion. Und das schon für die nächste Saison.

Hannover. Bis vor wenigen Jahren waren sie noch ein Club. Einer, der in der DEL spielte und 2010 deutscher Meister wurde. Dann vor drei Jahren das Ende, der Verkauf der Erstligalizenz, der Neuanfang. Als zwei unabhängige Clubs. Beide spielen in der dritthöchsten Liga, allerdings aktuell mit mäßigem Erfolg. Der Hannover-Ableger auf Platz 13, die Wedemärker zwei Plätze davor. Die bevorstehende, erneute Zusammenarbeit - „nur logisch“, findet ESC-Manager Eric Haselbacher: „Wir wollen die Scorpions wieder stark machen. Da darf man nicht auf persönliche Eitelkeiten achten. Es geht um die Sache, es geht um den Eishockey-Sport, es geht um die Scorpions. Wir sind doch eigentlich eine große Familie.“ Die DEL-Scorpions waren vor Jahren aus dem Wedemark-Team hervorgegangen. Die meisten Entscheider von damals ziehen auch heute noch die Strippen bei den beiden „neuen“ Scorpions-Clubs.

„Der gute Kontakt ist nie abgebrochen“, sagt Hannover-Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth. Die Entscheider aus Langenhagen waren mit der Fusionsidee auf Haselbacher und Co. zugegangen. „Man sieht, dass beide Teams in der Konstellation nicht weiterkommen. Und es ist kein Geheimnis, dass wir immer kämpfen müssen“ - finanziell, zuletzt eben auch sportlich. „Aktuell ist Wedemark sportlich besser als wir. Bei uns geht es immer weiter runter, da muss man nicht um den heißen Brei reden“, sagt Stichnoth. Die Devise: besser ein gutes Scorpions-Team als zwei im Mittelmaß. „Das sportliche Ziel ist, wieder attraktiv zu werden“, so Stichnoth.

Auch Haselbacher hofft auf „eine starke Einheit“ der alten Freunde. Denn: „Der Eishockey-Sport ist einfach sehr teuer - und wir haben hier in der Region drei Teams.“ Die beiden Scorpions, dazu noch die Hannover Indians vom Pferdeturm. „Wir müssen uns die vorhandenen Sponsoren teilen, jeder hat Kosten an der Backe“, erklärt Haselbacher. Zum Beispiel für die Halle, Energiekosten, Kader.

Indians-Geschäftsführer David Sulkovsky findet die Fusions-Idee der Konkurrenz grundsätzlich gut. Aber: „Ich bin da nicht so euphorisch wie die Beteiligen.“ Ein Zusammenschluss sei immer schwierig. „Jeder muss etwas abgeben, außerdem werden viele Spieler weggeschickt. Das ist nie gut für die Stimmung. Und ob die neue Mannschaft dann auch gleich besser wird, weiß man nicht."

Eine Notlösung nur wegen der Finanzen ist die angedachte Scorpions-Fusion aber keineswegs. „Wir machen aus der Not eine Tugend“, sagt Haselbacher, für „ein volleres Stadion mit einer wesentlich stärkeren Truppe, bei der es richtig Spaß macht zuzugucken“. Auch Stichnoth ist sich sicher: „Wir haben früher viel gemeinsam bewegt. Jetzt schließt sich der Kreis.“

Die Verantwortlichen haben die Weichen für die Fusion gestellt. Es sollen Gespräche mit Fans und Sponsoren folgen. Dann dürfte der Deal festgezurrt werden. Schon für die neue Saison 2017. „Wir wollen langfristig etwas aufbauen und die Scorpions wieder dort hinbringen, wo sie hingehören“, sagt der ESC-Manager: „Es geht darum, dass die Scorpions Duisburg schlagen, Tilburg schlagen, oben in der Tabelle stehen. Das finde ich absolut realistisch. Und irgendwann wollen wir wieder in der zweiten Liga spielen.“

Beide Scorpions-Teams haben einen Jahresetat von etwa 300 000 Euro zur Verfügung. Im Oberliga-Vergleich ist das wenig. Zusammen wäre die Durchsetzungskraft erheblich größer, genau wie die Strahlkraft. „Wir bringen etwas zusammen in einer schwierigen Zeit, um dann wesentlich bessere Perspektiven für die Zukunft zu haben“, sagt Haselbacher. Seine Prognose: Gehen die beiden Scorpions zusammen, würde das Geld reichen, um fünf zusätzliche Topspieler zu holen. „Damit wärst du oben mit dabei“, so Haselbacher. Unter welchem Namen die fusionierten Scorpions aufs Eis gehen oder wo der Hauptsitz der neuen Clubs sein wird, ist noch nicht entschieden. Dabei sollen Fans und Sponsoren mitreden.


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