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HEISSES DUELL:Christoph Koziol (links) und Alexander Janzen von den Scorpions kämpfen umdie Scheibe.

HEISSES DUELL: Christoph Koziol (links) und Alexander Janzen von den Scorpions kämpfen um die Scheibe.© Ulrich zur Nieden

Eishockey

Fans feiern Derby-Party in Hannover

Es ist nur noch Oberliga-Eishockey – aber bei dieser Paarung ist die Begeisterung in Hannover und der Region einfach RIESIG! Viele Indians reisten mit einer extra angemieteten Stadtbahn nach Langenhagen, fast 1500 Fans verliehen dem Derby zwischen Ex-Meister Scorpions und Kult-Klub Indians gestern in der ausverkauften Eishalle Langenhagen eine Party-Atmosphäre. Gleichzeitig feierten 420 Fans beider Lager beim Public Viewing am Pferdeturm. Wie erwartet gewannen die favorisierten Scorpions, allerdings recht knapp mit 4:2.

Hannover. Dieses Derby hat Charakter. „Hey, Foul, Schiri“, schreien drei Fans der Indians und springen von ihren Sitzen auf. Zwei Reihen weiter sieht man das natürlich anders. „Ach was, war doch gar nichts“, ruft eine kleine Scorpions-Fraktion, wild mit den Händen winkend. Es fliegen noch ein, zwei flapsige Sprüche hin und her, alle lachen. So muss das sein - trotz aller Rivalität zwischen beiden hannoverschen Oberligateams. Provokation ist natürlich auch erlaubt. Die Scorpions-Fans rollen vor Spielbeginn ein Banner mit dem Spruch „In Hannover regiert nur einer: Scorpions, sonst keiner“ aus. Der Gästeanhang kontert: „Ohne Indians wäre hier gar nichts los.“ In der Pause singen sie gemeinsam vor der Eishalle in Langenhagen: „Wir sind alle Eishockeyfans.“

Auch sonst steht die große Eishockeyparty im Fokus. Scorpions-Boss Marco Stichnoth zapft in der Kneipe Bier für alle, Indians- und Scor-pions-Fans: „Hier ist alles entspannt.“ Auf der Tribüne auch. Einer ist besonders glücklich. Falk Krehut (an seinem 23. Geburtstag), stilecht als Indianer verkleidet, hat die letzten beiden Karten für die Partie gewonnen. Dafür machte er nachmittags in der City im Kostüm Werbung für den Sport. „Solch einen Geburtstag hatte ich noch nie“, freut er sich.

Andere freuen sich über ein Wiedersehen. Der Indianer Alexander „Alma“ Paetz trifft Kumpel Ingo Battermann, einen der Fanbeauftragten der Scorpions. „Alles fit?“, fragt Battermann. „Noch ja“, kommt als Antwort. „Wie gefällt dir die Halle?“ Da kann sich der Indians-Fan einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Beim letzten Mal war sie größer“, unkt er und spielt auf den Umzug der Scorpions von der TUI-Arena nach Langenhagen an. Battermann findets lustig. Man verabredet sich auf ein Bier.

Hinter der Halle sitzen Indians-Tickermann Ole Westerholz und der verletzte Scorpions-Verteidiger Nicko-mas Bovenschen in einem Übertragungswagen. Sie kommentieren das Spiel für die 600 Fans, die am Pferdeturm beim Public Viewing gemeinsam feiern. „Rivalität gehört natürlich dazu“, meint Westerholz, „aber den Respekt muss man wahren.“

Auf dem Eis gehts nicht so spaßig zu - Freundschaften werden für 60 Minuten ausgeblendet. Zwei Minuten vor Schluss keilen sich Scorpion Alex Janzen und Indian Maximilian Pohl vorzeitig vom Eis. Die Partie ist überraschend ausgeglichen. Einige Zeit sind die Indians nah dran an der Überraschung. Dann setzt sich die Klasse der Scorpions durch. 4:2 heißt es am Ende - damit können beide Seiten gut leben. Ein gelungenes Eishockeyfest.


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