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VOLLE HÜTTE: Die Medienmeute im „HeimW“ lauscht den Ausführungen von 
Scorpions-Sportdirektor Marco Stichnoth (rechts)

VOLLE HÜTTE: Die Medienmeute im „HeimW“ lauscht den Ausführungen von
Scorpions-Sportdirektor Marco Stichnoth (rechts)© Florian Petrow

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DEL-Ende

DEL-Aus: Scorpions gründen sich neu

Die Scorpions GmbH wird nach Schwenningen verkauft, das ist seit Dienstag beschlossene Sache (NP berichtete exklusiv). Fix ist der Deal allerdings immer noch nicht, die entscheidenden Unterschriften beider Parteien erfolgen erst am Samstag. Stichnoth und Pavlov bleiben.

Hannover. Sportdirektor Marco Stichnoth und Moderator Stefan Wenck machten es sich auf einem weißen Lounge-Hocker bequem. Hinter ihnen ein Aquarium und ein präparierter Hirschkopf, vor ihnen die lauernde Medienmeute. Die Scorpions verkündeten gestern das DEL-Aus in der Szene-Bar „HeimW“ hinterm Opernhaus. Der Stätte, in der sie die Meisterschaft 2010 ausgiebig und bis zum Umfallen gefeiert hatten.

Die Scorpions GmbH wird nach Schwenningen verkauft, das ist seit Dienstag beschlossene Sache (NP berichtete exklusiv). Fix ist der Deal allerdings immer noch nicht, die entscheidenden Unterschriften beider Parteien erfolgen erst morgen. „Am Mittwochabend haben wir die Spieler informiert, gestern den Rest des Teams und die Mitarbeiter“, erzählte Stichnoth. Die Notare prüfen die Papiere, „es ist alles auf einem guten Weg. Die Maschinerie läuft.“

Auch wenn Stichnoth einräumt, dass es „noch Luft gibt, dass etwas schief gehen kann“: Schwenningen wird mit der Lizenz den Platz der Scorpions in der DEL einnehmen. Dazu braucht es allerdings noch die Dreiviertelmehrheit der DEL-Gesellschafter, also die Zustimmung von mindestens elf der 14 Klubs.

Der Deal wird Schwenningen etwa 1,5 Millionen Euro kosten. So macht Scorpions-Boss und TUI-Arena-Eigner Günter Papenburg, der seit 2002 etwa 20 Millionen Euro in die Scorpions gebuttert hat, wenigstens etwas Kasse. Als Grund des Verkaufs gaben die Scorpions erneut den Konkurrenz-Streit der TUI-Arena mit der Stadt Hannover und der Messe AG an (NP berichtete).

Mit der Lizenz übernimmt Schwenningen auch die GmbH. 30 Scorpions (Spieler, Trainer- und Betreuer stab, Mitarbeiter) sowie fünf Verwaltungs-Angestellte sind davon betroffen. Konkret interessieren die Schwenninger aber natürlich nur die „sieben bis acht Spieler“, die laut Stichnoth schon einen gültigen Vertrag für die neue Saison besitzen (siehe Frage rechts), Für Spieler mit Familie in Hannover wie Sulkovsky, der gerade ein Haus gebaut hat, „eine „Scheißsituation“. Was die Mitarbeiter betrifft: „Es soll keiner entlassen, sondern in die Arena eingebunden werden“, macht Stichnoth Hoffnung.

Auch für die genervten und enttäuschten Fans hatte er eine halbwegs beruhigende Botschaft parat. Die Scorpions sind mit dem Verkauf der GmbH nicht tot. „Wir werden eine neue Gesellschaft gründen, und wir werden uns auch wieder Scorpions nennen. Wir spielen auf jeden Fall.“ In welcher Liga, ist noch unklar (siehe Frage rechts). Als neuer Standort kommt die Soccio-Hall in Langenhagen (Kapazität: maximal 1800) infrage. Eine Rückkehr in die Wedemark, wo die Scorpions ihre Wurzeln haben, ist eher unwahrscheinlich.

Sicher ist: Der Neuaufbau wird erstmal mit Stichnoth stattfinden: „Ich bin seit 17 Jahren dabei, die Flinte ins Korn zu werfen, ist nicht mein Ding.“ Auch Trainer Igor Pavlov, der gerade urlaubt, wird, laut Stichnoth „hierbleiben“.

Welche Scorpions-Spieler sind betroffen?

Sascha Goc, Dimitri Pätzold, Morten Green, Stephan Wilhelm, Stephan Daschner, David Sulkovsky, Robin Thomson und Rückkehrer Thomas Dolak haben schon einen Vertrag. Will Schwenningen sie nicht oder die Spieler wollen nicht in den Schwarzwald, ist eine Abfindung fällig. National-Torwart Dimitri Pätzold dürfte sicher wechseln. Bekommen die Scorpions mithilfe neuer Sponsoren genug Geld zusammen, könnten vielleicht Dolak und Sulkovsky gehalten werden. Schwierig wirds bei Goc.

Gibts Derbys mit den Indians in der Oberliga?

Noch haben für die 2. Liga unterm Dach des DEB erst Riessersee, Kaufbeuren, Kassel und eben die Scorpions gemeldet. Die Frist, sich für diese Liga zu melden, wurde auf Ende Mai verlängert. Ein Start in der neugegründeten aber nicht anerkannten DEL II, wo sich (noch) die übrigen Zweitliga-Klubs tummeln, schloss Stichnoth aus. Wahrscheinliche Alternative: Die Scorpions starten mit den Indians in der vierteiligen Oberliga, die Ende des Jahres mit der zweiten Liga verzahnt werden soll. Die Fans könnten sich auf heiße Derbys freuen.


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