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NOCH IM FOKUS: Torwart Dimitri Pätzold blickt mit den Scorpions in eine unsichere Zukunft. Die GmbH steht vor dem Verkauf.

NOCH IM FOKUS: Torwart Dimitri Pätzold blickt mit den Scorpions in eine unsichere Zukunft. Die GmbH steht vor dem Verkauf.© imago sportfotodienst

Eishockey

Bei den Scorpions geht das Licht aus

Verkauf der GmbH nach Schwenningen ist fast sicher. Die Rahmenbedingungen stehen fest. Die Anwälte regeln nur noch die letzten Schritte.

Hannover. Gestern, 12 Uhr, TUI-Arena: Die Scorpions David Sulkovsky, Eric Regan und zwei Perspektiv-Spieler hämmern ohne Ende Pucks in die Maschen, Trocken-Übungen - in der Garage. Das Eis in der Arena ist längst abgetaut - und wie es aussieht, wird es nicht wieder aufbereitet. Die Hannover Scorpions stehen nach NP-Informationen kurz vor dem Verkauf.

Mit Zweitligist Schwenningen ist sich der DEL-Klub offenbar einig. Die Wild Wings wollen die Lizenz für die höchste deutsche Eishockey-Liga - und haben beste Aussichten, sie von den Scorpions zu bekommen. Die Rahmenbedingungen stehen fest. Alles weitere regeln jetzt die Anwälte beider Parteien. „Der Zeitdruck dabei ist brutal“, erklärte Schwenningens Geschäftsführer Michael Werner gestern. Auch deshalb liegt ein Vertragsentwurf noch nicht vor, soll aber zeitnah fertiggestellt werden.

Bietigheim ist damit aus dem Rennen um die DEL-Lizenz. Die Scorpions hatten auch mit dem Zweitliga-Meister verhandelt. Das etwas bessere Angebot machten jedoch die Schwenninger.

Seitens der Scorpions gabs gestern keine Bestätigung - aber auch kein Dementi. „Wir sind nach wie vor in den Gesprächen, wir können es nicht als abgewickelt vermelden“, sagt Sportdirektor Marco Stichnoth der NP. „Es ist ein längerer Prozess, das kann ein paar Tage dauern.“ Höchstens bis Freitag. Dann endet die DEL-Frist, um die Lizenzunterlagen für die neue Saison einzureichen. Die Scorpions meldeten Ende vergangener Woche schon vorsorglich für die zweite Liga unter dem Dach des DEB (siehe Frage). Für den Fall, dass die Verhandlungen doch noch scheitern, haben die Scorpions die DEL-Unterlagen in der Schublade liegen - um sie am Freitag noch einzureichen,

Vor zwei Wochen hatte der Aufsichtsrat der TUI-Arena dem Hallen-Eigner und Scorpions-Boss Günter Papenburg (weilte bis gestern geschäftlich in Russland) grünes Licht für einen Verkauf der Scorpions gegeben. Der defizitäre Eishockey-Klub vermiest alljährlich die positive Arena-Bilanz.

Wie es nach einem wahrscheinlichen Verkauf der GmbH weitergeht, ist offen. Ein Einstieg russischer Investoren mit Perspektive KHL ist vom Tisch. Einen Neustart in Deutschland müssten die Scorpions mit ihrem Stammverein wagen. Ob sie im Umkehrschluss die Zweitliga-Lizenz der Schwenninger bekämen, ist nicht sicher. Klar dagegen ist: Die gestandenen DEL-Spieler im Kader werden sich die zweite Liga nicht antun. Mit bereits unterschriebenen Verträgen blieben sie ohnehin Teil der GmbH - wie Torwart Dimitri Pätzold.

Besonders der Nationalspieler passt Schwenningen bestens ins Konzept. Wochenlang wurde die Verpflichtung einer neuen Nummer eins auf Eis gelegt. Seit gestern ist auch klar, warum der Zweitligist auf Zeit gespielt hat.

Mit dem verletzungsanfälligen Denis Shvidki machte gestern der nächste Scorpion den Abflug - zum Zweitligisten Heilbronn, wo schon Kollege Sachar Blank unterschrieb.


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