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SELTENES BILD: Greg (rechts) 
und Robin Thomson vor dem 
Fernseher im Wohnzimmer der 
Familie. Das gibts nur im Sommer 
und Weihnachten.

SELTENES BILD: Greg (rechts)
und Robin Thomson vor dem
Fernseher im Wohnzimmer der
Familie. Das gibts nur im Sommer
und Weihnachten.© Sebastian Mast

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Hausbesuch

Auf ein Spiel bei den Thomsons

Die NP besucht die Eishockey-Familie.

Hannover. Ilona Thomson grinst stolz, als sie ihre Jungs im Wohnzimmer sieht: Es kommt selten vor, dass Ehemann Greg und Sohn Robin dort gemeinsam einen Abend verbringen. Greg lebt in Augsburg, er ist dort Ko-Trainer des DEL-Klubs Panther. Und als Verteidiger der Hannover Scorpions ist auch Robin oft weg von zu Hause. Jetzt haben Vater und Sohn mit ihren Teams die Play-offs verpasst - beide genießen die unfreiwillig frühe Sommerpause im Reihenhaus der Familie in Bemerode.

Greg hat sich den Chefsessel gesichert, als im Fernsehen die Übertragung des DEL-Halbfinals Berlin gegen Krefeld beginnt. Es riecht nach Chicken Wings, die Ilona in den Ofen geschoben hat. Sie genießt es, sich um ihren Mann zu kümmern. Logisch - Greg ist nur „Weihnachten und im Sommer in Hannover“, wie der 49-Jährige erklärt. Und vor den Spielen gegen die Scor-pions, wenn er schon am Vorabend aus Augsburg kommt. „Dann herrscht hier eine komische Atmosphäre“, sagt Ilona. Vater und Sohn sind vor diesen Duellen schon beim Abendbrot Konkurrenten, die nichts verraten wollen. „Entsprechend still ist es dann bei uns“, sagt Robin.

In der Sommerpause (Eistraining wieder ab Ende Juli) gehts entspannter zu bei den Thomsons, Eishockey bleibt trotzdem ein Thema. So auch der Wechsel von Andy Reiss (26) von den Scorpions zu Gregs Panthern. „Er ist ein guter Freund. Schade, dass er geht“, sagt Robin, während sich sein Vater freut. Auch Greg kennt den Hannoveraner Reiss seit Jahren: „Klar hat das bei seinem Wechsel eine Rolle gespielt. Aber er wäre eh aus Hannover weggegangen. Ich hoffe, er findet bei uns zu alter Stärke zurück.“ Der Verteidiger, der 2011 am Burn-out-Syndrom erkrankt war, lief in der vergangenen Saison seiner Form hinterher. Reiss weg von den Scorpions, Thomson wohl nicht: „Es sieht danach aus, dass ich bleibe“, sagt der 23-Jährige. Wenn Robin mal wechselt, dann nicht zu Papa. „Du willst als Trainer nicht, dass alle denken, dein Sohn wird bevorzugt. Andererseits willst du als Vater nicht zu hart zum Sohn sein. Wir lassen das“, sagt Greg.

Auch Thema beim Fernsehabend: die Indians-Insolvenz. Greg spielte von 1985 bis 1992 am Pferdeturm, Robin wechselte 2011 von dort zu den Scorpions.„Ich weiß, dass da alle sehr betroffen sind. Eine schwere Situation“, so Robin. Greg hat sogar Zweifel daran, dass es am Pferdeturm weitergeht: „Da werden noch einige schlucken. Ich glaube, dass die Indians nicht so schnell wiederkommen.“

Das Problem sei die Oberliga Nord, in der ein Neuanfang gemacht werden könnte. Diese Liga sei „im Vergleich zu den anderen Oberligen viel schlechter. Wer will da investieren?“, fragt Greg. Im deutschen Eishockey müsse umgedacht werden. Ein Ansatz: zwei zweite Ligen - eine im Norden, eine im Süden. „Mit je zwölf Teams. Dazu die DEL. So hast du 38 Profiteams. Wie es jetzt ist, mit Oberliga und so, ist es lächerlich.“


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