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SIE AHNTEN ES SCHON: Ein Teil des harten
Fan-Kerns hatte die Scorpions schon vor 
einem Jahr beerdigt – damals allerdings, weil 
Boss Günter Papenburg am unbeliebten 
Trainer Toni Krinner festhielt. Jetzt scheint 
die Zeit der Scorpions in der DEL tatsächlich 
abgelaufen zu sein

SIE AHNTEN ES SCHON: Ein Teil des harten
Fan-Kerns hatte die Scorpions schon vor
einem Jahr beerdigt – damals allerdings, weil
Boss Günter Papenburg am unbeliebten
Trainer Toni Krinner festhielt. Jetzt scheint
die Zeit der Scorpions in der DEL tatsächlich
abgelaufen zu sein© Florian Petrow

Eishockey

8 Fragen zum Scorpions-Aus

Die Hannover Scorpions stehen kurz vor dem Verkauf nach Schwenningen. Die NP beantwortet die wichtigsten Fragen.

Hannover. Worum gehts?

TUI-Arena-Eigner und Scorpions-Boss Günter Papenburg will den Eishockey-Klub loswerden - zu teuer für seine Halle. Zweitligist Schwenninger Wild Wings will in die DEL - und braucht dafür die Lizenz der Scorpions, die aber nur als GmbH verkauft werden können.

Wann ist der Handel fix?

Nach NP-Informationen gehen die Schwenninger Verantwortlichen davon aus, dass das Geschäft bis morgen, spätestens bis Sonnabend abgeschlossen ist.

Gibt es eine Frist?

Ja. Bis morgen um Mitternacht müssen die Lizenzunterlagen bei der DEL eingereicht sein. Die Scorpions werden die Unterlagen für ihre GmbH einreichen - für zwei Standorte: Hannover und Schwenningen. Für den Fall, dass es erst am Wochenende zu einem Abschluss mit den Schwarzwäldern kommt. Dann würde der Antrag für den Standort Hannover zurückgezogen. Die DEL wäre in diesem Fall nicht kleinlich. Anschließend müsste Schwenningen die GmbH umbenennen (Wild Wings böte sich an), das Lizenzierungsverfahren bestehen und formal einen Aufnahmeantrag stellen, den die DEL-Klubs mit einer Dreiviertelmehrheit absegnen müssten.

Wie teuer wird der Deal?

Wohl zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Euro. Schwenningen soll etwas mehr als eine Million Euro geboten haben - für die Lizenz. Da es die aber nur im Paket mit der GmbH gibt, müssen die bestehenden Vertragsverhältnisse mit Spielern oder Mitarbeitern übernommen werden, gegebenenfalls sind Abfindungen fällig.

Welche Scorpions haben schon einen Vertrag?

Neben Trainer Igor Pavlov die Hälfte der Spieler. Nach NP-Informationen unter anderem Torwart Dimitri Pätzold sowie Martin Hlinka, Morten Green, Stephan Daschner, Robin Thomson und David Sulkovsky.

Wie reagieren die Spieler?

Wenig begeistert bis entsetzt. Erst gestern Abend um 20.30 Uhr unterrichtete Papenburg die Akteure, die sich in Hannover aufhalten, im Parkhotel Kronsberg. Spieler mit Familie in Hannover, wie Sulkovsky, triffts besonders hart,

Was sagt die Politik?

Wie die Scorpions wirft auch die CDU der Stadt Hannover eine Mitschuld an der Entwicklung vor. „Eine Abwicklung der Scorpions bedeutet das Aus für Spitzeneishockey in Hannover. Dem Sportstandort Niedersachsen droht mit dem Verkauf ein schwerer Imageschaden“, so Angelika Jahns, sportpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion. Die CDU will im Landtag die Frage stellen, welchen Anteil Ministerpräsident Stephan Weil als hannoverscher OB am drohenden Aus der Scorpions hat.

Wie gehts weiter?

Völlig offen. unterhalb der DEL herrscht Chaos. Der Plan, in der 2. Liga unter dem Dach des DEB zu starten - zurzeit unrealistisch. Ob, wie und wann diese Liga zustande kommt, ist völlig unklar. Mögliches Schlupfloch: die bereits gegründete DEL II. Wahrscheinlichste Möglichkeit ist die Oberliga, in der auch die Indians wieder antreten wollen. Oder die Scorpions spielen gar nicht mehr. Ausgeschlossen ist eine Zukunft in der DEL.


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