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Der Deutsche Kai Hospelt (Mitte) fällt, während die Finnen Tommi Santala (links) und Antti Pihlstrom versuchen an den Puck zu kommen.© dpa

WM

0:1 gegen Finnen: DEB-Team droht böses Erwachen

Abstiegsangst statt Eishockey-Euphorie: Nach dem Traum-Auftakt bei der WM droht dem deutschen Team urplötzlich ein böses Erwachen.

Die Gastgeber verloren am Montag unglücklich 0:1 (0:0, 0:1, 0:0) gegen Finnland und haben am Mittwoch (16.15 Uhr/Sport 1) zum Vorrundenabschluss gegen Dänemark das wichtigste Spiel der Heim-Weltmeisterschaft vor den Schlägern.

Ein Sieg würde aus eigener Kraft den Gang in die Abstiegsrunde verhindern. Doch der vermeintliche Eishockey-Zwerg Dänemark, der die Finnen mit 4:1 überrascht hatte, siegte am Montag wie zuvor schon die Deutschen 2:1 nach Verlängerung gegen die USA. Damit steht die Nummer 13 der Welt bereits in der Zwischenrunde.

Zu verschenken haben die Dänen gegen die Deutschen nichts - im Gegenteil: „Wir brauchen auch die Punkte gegen Deutschland, dann haben wir eine gute Chance aufs Viertelfinale“, sagte Kapitän Jesper Damgaard, dessen Team die Finnen gedemütigt hatte.

Der Olympia-Dritte rehabilitierte sich gegen Deutschland. Jarkko Immonen (26.) schoss das „goldene“ Tor gegen die DEB-Auswahl, die sich nicht für das 0:5 von Vancouver revanchieren konnte, weil sie wieder einmal auch beste Chancen ausließ. So scheiterte Michael Wolf im Eins-gegen-Eins-Duell allein vor Torhüter Petri Vehanen (39.).

„Wir werden eine andere finnische Mannschaft sehen“, prophezeite Bundestrainer Uwe Krupp in seiner Geburtsstadt und lag damit richtig. Der gegen Dänemark total enttäuschende Ex-Weltmeister ging sofort aggressiver zu Werke und schoss Rob Zepp im deutschen Tor warm. Krupp hatte den gebürtigen Kanadier von den Eisbären Berlin anstelle des zum Auftakt überragenden Dennis Endras aufgeboten und damit für eine kleine Überraschung gesorgt.

Der einst in Finnland tätige Zepp konnte vor seinem WM-Debüt zwar nicht den Text der deutschen Hymne mitsingen, zeigte dafür aber keine Nerven und war ein starker Rückhalt. Die 18 654 Fans in der ausverkauften Arena taten von Beginn an das Ihre zur Unterstützung. Defensive und Disziplin stimmten beim DEB-Team, allerdings gab es im ersten Drittel nur eine gute Chance durch Wolf (4.). „Wir müssen noch eine Schippe drauflegen, wir müssen versuchen, mehr zu schießen“, forderte Lokalmatador Christoph Ullmann von den Kölner Haien angesichts von nur fünf Schüssen im ersten Drittel.

Doch nur die Finnen legten zu: Nach einem Scheibenverlust von Patrick Hager schoss Immonen ungehindert ein. Danach gerieten die Hausherren mächtig unter Druck. Zepp rettete dabei glänzend gegen Jussi Jokinen (30.). Wolf hätte urplötzlich den Ausgleich erzielen können, doch der direkt von der Strafbank gekommene Torjäger scheiterte bei seinem Alleingang an Vehanen.

Im letzten Drittel der nicht immer sauber geführten Partie drängte Krupps Mannschaft leidenschaftlich, aber erfolglos. Bei einem Getümmel vor dem finnischen Tor scheiterten Sven Felski und Constantin Braun (43.). Wenig später blutete Robert Dietrich, nachdem der Verteidiger unsanfte Bekanntschaft mit der Bande gemacht hatte. Es gab nur eine Zwei-Minuten-Strafe, die ungenutzt blieb. Zepp verließ kurz vor Schluss das Eis, doch auch das brachte nicht mehr den mittlerweile verdienten Ausgleich. Auch NHL-Profi Marcel Goc scheiterte eine Minute vor Schluss an Vehanen. dpa


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