Navigation:
INDIANS-QUARTETT: Die Fans Vanessa Grocholl (von links), Susanne Knorr  und Franziska Böttcher herzen Verteidiger Jan Hemmes.

INDIANS-QUARTETT: Die Fans Vanessa Grocholl (von links), Susanne Knorr und Franziska Böttcher herzen Verteidiger Jan Hemmes.

|
Scorpions/Indians

Zwei Vereine – ein Abschied

800 Scorpions-Fans feiern die Kleinsten. 400 Indians-Fans feiern traurig-fröhliche Party.

Hannover. „Wir vergessen jetzt kurz das Chaos.“ Mark Heiliger (37) ist gut drauf und feiert mit rund 400 Fans des (Ex)-Eishockey-Zweitligisten Indians den Abschluss einer Saison, die den Anhängern schwer zu schaffen machte. Die Indians sind pleite, entsprechend skurril ist die Stimmung im Musikzentrum, in das das Fanprojekt ECHte Hannoveraner zur Party geladen hat. Traurig-fröhlich gehts zur Sache.

„Irgendwie wirds schon weitergehen am Turm“, sagt Ann-Kathrin Karls (29). Auch die Mannschaft wirkt relativ entspannt, obwohl die meisten nicht wissen, wie es weitergehen wird. Verteidiger Jan Hemmes mischt sich unter die Fans und zwingt sich mit einem „alles okay“ auch ein Lächeln ins Gesicht.

Für die Party haben die ECHten Hannoveraner keinen Eintritt verlangt. Am Eingang steht ein Sparschwein bereit - für Freiwillige. Fan Arne (25) wirft einen Zwanziger rein. „Ehrensache“, sagt der Student. So ein En-gagement rührt auch Oberindianer Dirk Wroblewski, der sich immer wieder bedankt. Auch mit dabei: Indians-NachwuchstrainerHardy Bremer, der mit Vertretern der ESC Wedemark Scor-pions das klubübergreifende Nachwuchsprojekt vorstellt. „Eine gute Sache“, sind sich die Fans einig, die sich aber nicht auf die Diskussion über eine große Indians-Scorpions-Fusion einlassen wollen. „Nicht jetzt. Wir wollen abschalten“, so Heiliger. Dann Eishockey-Endzeitstimmung: Die Band Lambert haut ihren Retter-Song raus: Arm im Arm und mit Tränen in den Augen gehts in die Nacht und in eine ungewisse Zukunft.

„Es gibt nur einmal Hannover“, riefen die rund 800 Fans der Hannover Scorpions durch die TUI-Arena. Während die Indians feierten, gabs draußen in an der Expo-Plaza nämlich doch Eishockey: Statt des eigentlich geplanten Derbys wurde improvisiert, zum „Tag des hannoverschen Eishockeys“ hatte der DEL-Klub kurzerhand die EC Wedemark Scorpions und die SC Langenhagen Jets zu einem Freundschaftsspiel Hannover gegen Hannover eingeladen. „Jetzt erst recht“, so das Motto nach der Indians- Absage.

Die Teams wurden durcheinandergewürfelt, eines coachte Scor-?pions-Trainer Igor Pavlov, das an-dere übernahm Legende Lenny Soccio. Sinn und Zweck der Ak-tion: Verbundenheit im regionalen Eishockey zu zeigen. Dazu wurden auch Bambini-, Hobby- und Nachwuchsteams eingeladen, die im Rahmen des Hauptspiels zeigten, dass noch jede Menge los ist auf dem Eis in und um Hannover. Auch das Sledgehockeyteam der Ice Lions Langenhagen mischte mit.

„Das ist ein besonderer Tag heute. Ich danke allen Mannschaften und Fans, die hier sind. Eigentlich wollten wir ja hier ein anderes Spiel haben, aber so gehts auch“, sagt Sportdirektor Marco Stichnoth. In einer Mixedpartie mit Spielern der Scorpions, der EC Wedemark Scorpions und der SC Langenhagen Jets endete 6:6. Nach den Spaß-Penaltys gings mit dem Harlem-Shake in die eisfreie Zeit. Fan Hannah (16) bekannte: „Ich hoffe, dass die am Pferdeturm noch die Kurve kriegen. Wäre doch schade.“ Heute steigt ab 16 Uhr die Abschlussparty der Scorpions in der TUI-Arena.


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Vergleiche alle Wettquoten für Spiele von Hannover 96 bei SmartBets.