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Diagnose

Schock für Trainer Carroll: Tumor entdeckt

Schock am Pferdeturm: Eishockey-Oberligist Hannover Indians muss
 langfristig auf Trainer Fred Carroll verzichten. Seit Saisonbeginn fehlt der Trainer
erkrankt (NP berichtete). Jetzt kam heraus: Der 53-Jährige leidet an einer Tumor-
erkrankung. Am Mittwoch teilte er am Pferdeturm der Mannschaft und dem Management die schlechten Neuigkeiten mit. Weitere Untersuchungen stehen an, bis Ende Oktober soll ein Behandlungs- und Therapieplan stehen.

Hannover. „Wir sind alle schockiert“, sagt Indians-Geschäftsführer David Sulkovsky im Gespräch mit der NP, „ein extremer Niederschlag. Auf so etwas ist man nicht vorbereitet.“ Sulkovsky und der gesamte Verein „wünschen ihm eine schnelle und vollständige Genesung. Er hat unsere vollste Unterstützung.“

Carroll ist laut Sulkovsky „auf unbestimmte Zeit nicht verfügbar“. Bis auf weiteres werden, wie schon in den letzten drei Wochen, Tobias Stolikowski als Chefcoach und Brad Bagu als sein Assistent das Oberliga-Team betreuen. „Ein adäquater Ersatz, so gesehen haben wir Glück im Unglück, dass wir dieses Duo haben“, sagt Sulkovsky. Bereits in den vergangenen zwei Jahren waren beim ECH gleich zu Saisonbeginn Bob Wren (2014) und Branislav Pohanka (2015) schwer erkrankt – zwei Top-Spieler in ähnlich wichtiger Position wie der Cheftrainer.

Carroll hatte im Sommer 2015 die Nachfolge von Peter Willmann angetreten. Ehefrau und Sohn wohnen in Schöppenstedt bei Wolfenbüttel, Carroll pendelte stets zwischen der Heimat und einer Wohnung in Hannover.
Für ihn ist es nicht der erste Schicksalsschlag. Vor Jahren war er schon an Hautkrebs erkrankt. Im November 2014 brach er bei einem Spiel seines damaligen Clubs Blue Devils Weiden an der Bande zusammen.

„Mir geht es gut, ich gehe regelmäßig zum Arzt“, hatte Carroll bei seinem Dienstantritt in Hannover
gesagt. Jetzt muss er öfter hin, als ihm lieb ist. Für die Indians muss es sportlich weitergehen. Der ECH beginnt sein Heimspiel am Sonntag gegen die Black Dragons Erfurt bereits um 16 Uhr – und hofft mit dieser früheren Anfangszeit entsprechend viele Familien und jüngere Besucher am Pferdeturm zu begrüßen. Bereits heute (19.30 Uhr) steht das Spitzenspiel bei den Füchsen Duisburg an, Vorrundenmeister des Vorjahres und Topfavorit der aktuellen Saison.

Ebenfalls ins Ruhrgebiet fahren die Hannover Scorpions, ihre Partie bei den Moskitos Essen beginnt am Sonntag um 18.30 Uhr. Davor liegt für die Mannschaft von Tomas Martinec das heutige Heimspiel (19.30 Uhr) gegen die Tilburg Trappers. Der Trainer muss bis zum Ende der Vorrunde, also bis Anfang Januar, auf Tomas Mery verzichten. Der Stürmer muss bis dahin seine schwere Kopfverletzung, erlitten im Testspiel gegen Preussen Berlin, auskurieren.

Dennis Schütt zwickt die Leiste, Sebastian Pi-gache hat es am Arm und Sebastian Lehmann an Zeh und Handgelenk – trotzdem hofft man beim ESC Wedemark noch, dass der Kader für die beiden Spiele am Wochenende vollzählig sein wird. „Unser Physiotherapeut kommt zurzeit täglich ins Stadion“, sagt Manager Eric Haselbacher. Zu Gast in Mellendorf sind heute (20 Uhr) die Crocodiles aus Hamburg, am Sonntag (16 Uhr) gehts zu FASS Berlin.

Hartung/Lange/Hermann


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