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Kampf um Tore im Stadion am Pferdeturm. Nach dem Spiel zwischen Hannover Indians und Scorpions gab es viel Ärger. Foto: Sielski

Eishockey

Indians vs. Scorpions: Neue Vorwürfe im Eis-Streit

Der 3:1-Derby-Sieg der Hannover Indians über die Scorpions am Pferdeturm ist vier Tage her, doch die Stimmung zwischen beiden Lagern ist immer noch aufgeheizt. In einer offiziellen Mitteilung verteidigen die Indians ihr Sicherheitskonzept am Pferdeturm, nehmen ihre Fans in Schutz – und erheben schwere Vorwürfe gegen Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth. Seine Aussagen, beim Spiel angegriffen worden zu sein (NP berichtete), seien „äußerst fragwürdig und nicht glaubhaft“.

Hannover. Stichnoth hingegen bekräftigte die infrage gestellte Angabe gegenüber der NP: „Fakt ist, ich wurde tätlich angegriffen. Ein Indians-Fan hat mich absichtlich angerempelt und seinen Angriff nachher lauthals gefeiert.“ Jetzt steht Aussage gegen Aussage.

Verschärft wird der Konflikt zwischen den beiden Eishockeyteams noch durch einen weiteren Vorfall am Freitag: Timo Stichnoth (21), der Sohn des Scorpions-Chefs, soll am Rande des Derbys eine schwere Gehirnerschütterung und weitere Verletzungen erlitten haben. Zugezogen bei einer Auseinandersetzung mit Sicherheitskräften außerhalb des Fanblocks. „Die ganze Situation ist jetzt schon schlimm genug, die Vorfälle rund um meinen Sohn kommentiere ich nicht“, erklärte Marco Stichnoth gestern. Er bestätigte jedoch, dass sein Sohn in ärztlicher Behandlung sei.

Indians-Geschäftsfüh
rer David Sulkovsky erklärte, dass gegen Stichnoths Sohn ein Hausverbot verhängt wird. Fünf Personen seien „präventiv“ des Stadions verwiesen, so die Indians. Davon seien eine Person Indians-Anhänger gewesen und vier Scorpions-Anhänger. Und darunter sei „irritierenderweise“ eben auch Timo Stichnoth gewesen.

Immer wieder kam es in der Vergangenheit laut Indians zu „unschönen Szenen“ bei Derbys der Stadtrivalen. Unter anderem mit Pyrotechnik und körperlicher Gewalt. Die habe man aber diesmal dank eines „außerordentlich großen“ Polizeiaufgebots verhindern können. Marco Stichnoth siehts anders: „Das ist nicht mehr normal, wenn ab jetzt jedes Derby so abläuft, dann sollten wir keine Derbys mehr austragen.“

Die Indians bestreiten heute ab 19.30 Uhr ihr Nachholspiel bei Preußen Berlin. Die Partie musste Ende November abgesagt werden, da fast der komplette Indians-Kader an einem Magen-Darm-Virus litt. Maxi Pohl ist nach seiner Disziplinarstrafe gegen die Scorpions wieder einsatzberechtigt. Kapitän Sebastian Lehmann fehlt nach seiner Matchstrafe im Derby, das genaue Strafmaß steht noch nicht fest. Mit einem Sieg könnten die Indians in der Tabelle der Oberliga-Nordstaffel an den Scorpions vorbeiziehen.

Tobias Welz


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