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ZUFRIEDEN - von links: ECH-Chef Mark Wechselmann, Heike Rudolph von der Stadt und Stadion-Betreiber Gerhard Griebler auf der neu in blau und orange gestrichenen Tribüne.

ZUFRIEDEN - von links: ECH-Chef Mark Wechselmann, Heike Rudolph von der Stadt und Stadion-Betreiber Gerhard Griebler auf der neu in blau und orange gestrichenen Tribüne.© Dröse

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Eishockey

Indians: So wird der neue Pferdeturm

Das Eisstadion am Pferdeturm putzt sich für die neue Saison raus. Aber "das alte Mädchen" macht Probleme.

Hannover. Irgendwas ist immer. Das gilt besonders fürs marode Eisstadion am Pferdeturm. Ein Fass ohne Boden, wie es scheint. „Es ist halt ein altes Mädchen“, versucht Gerhard Griebler zu relativieren. Der neue Betreiber lässt sich nicht entmutigen. Hat der Geschäftsmann doch erst vor zwei Monaten den Erbpachtvertrag (Laufzeit bis 2038) von Kathrin Müllerchen übernommen.

ECH-Chef Mark Wechselmann ist glücklich. „Griebler ist einer, der anpackt, jetzt wird nicht mehr nur geredet, sondern gemacht.“ Die Stadt als Eigentümer ist ebenfalls „froh, einen gefunden zu haben, der frischen Wind reinbringt“, sagt Heike Rudoph. Auch sie kann sich eine Spitze in Richtung Müllerchen nicht verkneifen: „Es ist jetzt im Gegensatz zu früher ein Miteinander.“

Rund 300 000 Euro will Griebler bis 2017 in die Hand nehmen, zunächst 80 000, um die dringendsten Arbeiten bis zum Saisonstart umzusetzen. Größte Baustelle zurzeit: Der Jugendtrakt im Eingangsbereich. Verschimmelt, verdreckt, Legionellenbefall in den Wasserleitungen. Unzumutbar. Die Kabinen sind mittlerweile renoviert. Bis kommende Woche werkeln die Arbeiter noch an den neuen Dusch- und Wasserleitungen. „Eine Grundsanierung“, betont Wechselmann, „vorher wars immer nur eine Pinselsanierung.“ Der Schimmel wurde einfach überstrichen.

„Sicherheit und Hygiene stehen ab sofort im Vordergrund“, macht Griebler klar. Auch die angebrannte „Stichnoth-Bratwurst“ wirds nicht wieder geben. „Wir wollen gute Qualität liefern - und zwar schnell“, verspricht Gastro-Chef Michael Kohl. Die langen Schlangen und das ewige Warten vorm Wurststand sollen der Vergangenheit angehören.

„Kalt, dreckig, laut“ hieß bislang der Wahlspruch des EC Hannover Indians. Muss sich der Verein wohl bald was Neues ausdenken. Oder das Wörtchen „dreckig“, mit „sauber“ tauschen. Denn Griebler putzt den Turm heraus. Natürlich nur zu einem gewissen Grad. Den einzigartigen Charme will er bewahren. Dennoch: Auch die Fan-Toiletten aus den 60er Jahren mit antiquierter Strippen-Spülung werden komplett erneuert.

Griebler löst nach und nach den Sanierunsgsstau der letzten Jahre. Und erlebt immer wieder Rückschläge. Anfang der Woche regnete es durchs Dach des Spielertraktes hinter der Haupttribüne. „Das Dach muss jetzt auch gemacht werden“, erklärt Griebler, der nichts bereut. „Es ist ein Altbau, das war mir bewusst. Eine Herausforderung.“ Und eine Herzensangelegenheit. Seine Kinder fahren am Turm Schlittschuh. „Ein Stück Hannover soll erhalten bleiben“, sagt er und hat „schon Ideen“, wie er das Stadion in den Sommerpausen nutzen will. Sommerkino, Parkours-Camp, Kampfsport-Events und „ab 2017, wenn alles fertig ist“, ein Indianerland als Ferienlager.

Bis dahin bleibt viel Arbeit. Dieses Jahr kommt er noch drumherum, aber 2015 ist die völlig verwurzelte Kanalisation zwischen Vereinskneipe und Eisfläche fällig. Irgendwas ist immer - bei so einem alten Mädchen.


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